Moin Leute, heute berichte ich von meinem 3. Tag auf dem Jakobsweg zwischen Magdeburg und Freyburg im Teilabschnitt zwischen Egeln und Kloster Gröningen. Wie immer macht der 3. Tag mich nachdenklich und ist deshalb auch körperlich am anstrengsten und eine gewisse Aggressivität ist spürbar.

Mit einem exzellenten Bauernfrühstück wurde ich von Frau Schröder von der Pension zum Bauernhof in Egeln verwöhnt. Zwei extra Brötchen mit Hausschlachtewurst, Joghurt, Kuchen (!), Äpfel aus eigener Ernte und einen Kaffeepott für unterwegs. Service pur.

Auf der Strecke erwartete mich gleich Schneeregen und Windböen von vorne. Egal, denn diesmal hatte ich eine lange Unterhose und am Oberkörper vierlagige Kleidung an und der Rucksack war mit einem Regenschutz abgedeckt. Was sollte also passieren. Ok, mein Wandertempo ging unter vier Kilometer pro Stunde. Ist doch auch egal, oder?

In Hakeborn, die übrigens ein eigenes Stadion haben, kam ich am Haus eines „stillen“ Protestlers vorbei. Jeden Montag trifft man sich dort. Hoffentlich keine Reichsbürger… Vor seinem Kampfhund hatte ich großen Respekt. Ich akzeptiere Meinungsfreiheit, aber bitte innerhalb demokratischer Grundregeln. Sonst sollte ihnen der Staat eine Bahn-Freifahrkarte mit der Bahn nach Russland schenken.

Und dann kam ich an einem Wartestuhl mitten am Wegesrand entlang. Was will mir dieser Wartestuhl vermitteln: warte ich bald in der Arztpraxis vor meiner Untersuchung oder im Bahnhof vor einer großen Reise oder doch im Flughafen auf eine Kabrik-Kreuzfahrt? Ja, mit zunehmendem Alter werde ich nachdenklicher. In unter zwei Monaten werde ich 59+1. Ich mag die andere Zahl überhaupt nicht und mache da mit meinem Alter einfach nicht mit. Und ich möchte nicht auf irgendwas warten; ich will es einfach tun. Auch nicht weglaufen… ausruhen kann ich mich, wenn ich mit 99+2 in der Kiste liege. Also versprochen ich werde 100 und gehe Euch bis dann noch mächtig auf die Nerven…

Auf der Strecke kommen hier wieder die Jägermeister mit unbeschreiblich unmoralischen Ideen zum Einsatz. Da bauen doch die Jägermeister einen Futterstand für hungernde Tiere direkt neben dem Jägerschießstand. Schämt Euch.

Puppenmord zwischen Hakeborn und Gröningen

Auf meinem Touren habe ich schon viel erlebt, aber sowas ist unbeschreiblich „Scheisse“. Illegale Müllentsorgung in größeren Mengen direkt am Jakobsweg. Das geht überhaupt nicht. Was sind das für Menschen? Sieben Puppen wurden ermordet… schaut bitte in die Gesichter auf dem Foto. So viele Kinder hätten gern eine Adoption übernommen.

Ich habe dem Vorstandsvorsitzenden des Kommunalservice Börde, Herrn Voigt, um Hilfe in dieser Angelegenheit gebeten und Herrn Chefredakteur Kösters von der Volksstimme diesen Beitrag geschickt. Mal sehen, ob meine Stimme erhört wird. Ich habe echt einen solchen „Hals“.

Verschwenderisch geht man hier auch mit Steuergeldern um… Zwischen Gröningen und Kloster Gröningen sind tatsächlich 20 kleine Brücken im Abstand von 50 Metern gebaut worden. Kein Bach. Hat hier jeder Bauer seine eigene Zufahrt bekommen?

Untergekommen bin ich im Gasthof Jacobshöhe im Ort Kloster Gröningen nach 18,6 Kilometer Wanderstrecke. Der Hof hatte auch schon bessere Zeiten erlebt. Aber alles sauber und richtig, richtig heißes Duschwasser.

Das war’s für heute an meinem berühmt berüchtigten 3. Tag. Das musste alles einfach mal raus…

Felsstein
Jägermeister-Futterstation mit Schießstand
Puppenmord
Brückenbauer

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender und Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.

2 Gedanken zu „Wartestuhl, Puppenmord und Brückenbauer“
  1. Hallo Bernhard,
    ich bin Yvonne Heyer von der Volksstimme in Oschersleben. Unser Chefredakteur Alois Kösters hat Ihre Mail an unsere Redaktion weitergeleitet.
    Können Sie die Fläche, den Ort des „Puppenmordes“ näher eingrenzen, damit ich möglicherweise dort ein Foto machen kann?

    Dankeschön
    Yvonne Heyer
    Volksstimme Redaktion Oschersleben
    0170/8120729

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