Vorletzter Teilabschnitt auf der Via Jutlandica.

Der Tag begann früh in Glückstadt. Schon bald ging es zum Fähranleger, um die Elbe nach Wischhafen mit der Fähre zu überqueren. Anders als am letzten Freitag, als es noch 2,5 Kilometer lange Autoschlangen gab, verlief es diesmal für die Autos und LKWs ohne Verzögerungen und Staus. Fußgänger kommen ja immer gleich mit rüber. Dieser Fährabschnitt ist wohl der Bekannteste im norddeutschen Raum, eben durch die regelmäßigen Wartezeiten-Meldungen im Verkehrsfunk.

Ich entschied mich für den kürzeren Deichweg, der parallel zum Jakobsweg verläuft. Dieser Weg ist deutlich ruhiger und sehr entspannend. Doch das Wetter spielte nicht ganz mit: Regen und anschließende Schwüle machten den Weg beschwerlich.

Auf meinem Weg kam ich durch Krautsand, einen kleinen, aber feinen Ort mit eigenem Elbstrand und schicken Strandresorts. Ein idyllisches Fleckchen, das einen Besuch wert ist.

Drochtersen ließ ich rechts liegen. Der Ort wurde bekannt durch das DFB-Pokalspiel der dortigen Fußballmannschaft gegen den FC Bayern München im Jahr 2018. Für mich als HSV-Fan eher uninteressant.

Kurz vor Assel führte mich mein Weg an einer kleinen Schiffswerft an der Deichstraße vorbei. Der Geruch von Polyester-Spachtelmasse lag in der Luft, der mir nur allzu vertraut war. Der Bootsbauer trug einen weißen Schutzanzug und eine Atemmaske – ein Anblick, der Erinnerungen weckte. Früher hatten wir keinen solchen Schutz und keiner hat uns gesagt, dass wir einen verwenden sollen, obwohl wir unsere gebrauchten Karren immer selbst ausbeulten, spachtelten, schliffen und lackierten.

Das Wetter war alles andere als ideal zum Wandern, daher entschied ich mich, den letzten Abschnitt auf dem Bürgersteig neben der Landesstraße, den kürzesten Weg, nach Stade zu laufen. Durchgeschwitzt, vom Verkehrslärm vollgedrönnt und erschöpft erreichte ich schließlich die Fußgängerzone von Stade und mein Ziel, das Zentrum Hotel Stade.

Mein Handytacho zeigte nach Ankunft in Stade 32,65 Kilometer an, wovon jedoch 2 Kilometer für die Fährüberfahrt abzuziehen sind. Somit bin ich heute 30,65 Kilometer gelaufen – mehr als genug für einen Tag.

Natürlich habe ich auch wieder eine Seite aus meinem Wenn-Buch hinzugefügt.

Morgen steht der letzte Abschnitt meiner Pilgerwanderung von Stade nach Harsefeld an. Ich freue mich schon darauf, bald wieder zu Hause zu sein.

Ach so fast vergessen, ich habe ein Erinnerungsstück auf dem Pilgerweg gefunden: einen Kupplungsbolzen (s. Foto), der kommt Zuhause in meine Schatzkiste.

Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.