Der Harz „ruft“. Zumindestens habe ich es gehört und bin seit Sonntag wieder im Harz unterwegs. Ich habe mir vorgenommen noch in diesem Jahr wieder Harzer Wanderkaiser zu werden; zum 5. Mal. Leider sind ca. 50 Wanderstempelstellen von 222 sehr weit im Harz verstreut, so dass ein zusammenhängendes Erwandern kaum möglich ist oder ich müsste mir in jeder Ecke ein Zimmer nehmen… also Stopp and go bei der Harzer Wandernadel: mit dem Auto vorfahren und dann go zur Stempelstelle. Heute bin ich im südlichsten Teil des Harzes im Landkreis Mansfeld gelandet, nach dem ich gestern im östlichsten Teil unterwegs war.

Mein Pilgerbruder Alfred hat mich dazu ermutigt, heute aus dem Harz zu schreiben. Alfred ist letztes Jahr 75 geworden und ist am letzten Samstag wieder auf dem Kreuzberg der Franken gewandert und hat sich prompt an unsere gemeinsame Wanderung erinnert: https://wanderbruder.de/35000-flaschen-maurer-josef-und-kreuzberger-kaltes-wasser/.

Und jetzt also mein Tagesbericht: 1. Station war das Josephkreuz in der Nähe von Stolberg. Rund 1,5 Kilometer ging es bergauf. Aufgrund des Waldsterbens konnte ich das 38m hohe eiserne Josephkreuz schon früh sehen. Es ist das größte eiserne Doppelkreuz der Welt. Schon imposant. Ich war schon häufiger hier und erinnere mich gern dann an meinem Opa Josef. Ich durfte oft bei ihm der Küche Abendbrot essen. Und erst heute merke ich so richtig, dass Opa früher einfach nur zugehört hat. Wir haben uns gut verstanden… Im neu gebauten Elternhaus (1962) waren mehrere Generationen eingezogen, weil eben ein Eigenheim auch teuer ist, und das war auch nicht immer einfach… Ich glaube mein Vater hatte am meisten damit zu kämpfen.

Die Stempelstellen Hellergrund und Stahlquelle bei Neudorf waren meine nächsten Ziele. Alles immer gleich: vorgefahren, unsere Hündin Bella ausgeladen und kurz gewandert. Ist irgendwie auch nervig: raus, rein, raus, rein…

Und ich sollte noch was erleben: bei der Wippratalsperre bei Königsrode ist nämlich seit 2010 der 1. offizielle Nacktwanderweg entstanden. Heute heißt der Naturistenstieg. Also ich vom Parkplatz des Forsthauses Dankesrode hinab zur Talsperre. Bekleidet versteht sich. Kurze Hose und T-Shirt. Natürlich war der Weg bestens zugewachsen und die Brennnessel waren dicht an dicht vertreten. Stellt Euch mal vor, da müsste ich nackig durch…

Ich wurde vor Nackten gewarnt: willst du keine Nackten sehen, darfst du hier nicht weitergehen… Gibt es eigentlich eine Ausziehpflicht? Nee, da mache ich nicht mit. Es kam wie es kommen musste, das Gummi des Stempels fehlte. Wahrscheinlich hat irgendein „Nacki“ sich damit abgestempelt wie nach einer Fleischbeschauung durch den Tierarzt. FKK ist nicht mein Ding… Gut, dass ich keinen Naturisten gesehen haben…, denn meine Toleranz ist da schon sehr niedrig…

Die beiden letzten Stempel habe ich im Selketal bekommen. Industriegeschichte pur beim IV. Friedrichshammer bei Mägdesprung. Vier ehemalige Hammerwerke der früheren Metallverarbeitungsindustrie dicht beieinander. Heute ist als Andenken das Carlswerk ein Museum. Oberhalb ist die Burgruine Anhalt. Von der Burg sind nur noch die Grundmauern zu sehen. Gut, dass ich erstmals (bisher 4× den Steilen) den bequemen Aufstieg gewählt habe… eben Pensionär.

Das waren heute zwar nur 13,5 Kilometer, aber absolut anstrengend für Bella und mich. Raus, rein, raus, rein … Stopp and go eben.

Jetzt geht es noch zur Wassertretstelle im Kurpark hier in unserem Domizilort in Hohegeiß. Gesundwandern eben.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender und Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von vier lieben Menschen.

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