Über Himmelfahrt waren wir wieder zu einigen Wandertouren im Harz. Am Himmelsfahrttag, auch Vatertag im Westen und im Osten Männertag genannt, waren wir im Ostharz in und um Alexisbad zum Wandern. Dieser Bericht ist aber von meiner Tour am Freitag.

Frühmorgens ging es gleich mit dem Bus von Hohegeiß nach Braunlage. Im Rucksack hatte ich genügend Proviant eingepackt, u.a. frisch gebackenes Brot mit Rosinen und Nüssen. Eine wahre Meisterleistung meiner Frau.

Ursprünglich wollte ich mit der Seilbahn zum Wurmberg, den höchsten Berg in Niedersachsen, fahren, doch vor Ort herrschten Windböen bis zu 60 km/h Geschwindigkeit und die Seilbahn hatte den Betrieb eingestellt. Oh nein, sollte ich etwa die 400 Höhenmeter rauf klettern? Was sonst – natürlich. Also marschierte ich immer bergan über die Mittelstation (Sonderstempel der Harzer Wandernadel) bis zum Gipfelkreuz des Wurmbergs. Die vier Kilometer habe ich dann nach ca. 1 1/4 Stunden mit den besonderen Höhenmetern geschafft.

Und jetzt konnte ich die Aussicht bestens genießen, denn ich war hier oben fast der einzige Besucher. Schnell auf die Wellenliege gelegt und ausgiebig das leckere Brot „verputzt“. Tolles Frühstück in Höhenlage, denn dann schmeckt es immer besonders gut. Natürlich musste ich auch die höchstgelegenste Schaukel Niedersachsens benutzen, das ist doch selbstverständlich.

Bei der Wurmberg-Baude habe ich schnell noch den Wanderstempel (Nr. 156) geholt und einen Herzstein für meine Frau erworben. Zurück ging es parallel der alten Skischanze auf dem Wanderweg zurück ins Tal.

Ich bin ja kein Skifahrer, aber ich musste natürlich den Skihang „Hexenritt“ runterwandern, um auch mal das einmalige Erlebnis einer steilen Abfahrt erleben zu können.. Es war natürlich ein „Abgang“, aber nicht was ihr schon wieder denkt.

Dann bin ich gleich über die alte Grenze zur Stempelstelle „Kaffeehorst“. Hier hat der Waldarbeiter „Horst“ übrigens immer seinen Kaffee getrunken. Glaubt ihr nicht, dann wandert doch selbst mal zur Stempelstelle 18 und überzeugt euch davon.

Eigentlich sollte dann schon meine Wandertour zu Ende sein, doch auf einen Wegweiser stand „Elend“ noch vier Kilometer. Elend ist kein Zustand, sondern ein Ort, der zu Schierke gehört. Dort wusste ich, dass zwei Stempel zu ergattern sind. Die Schnarcherklippen (Nr. 14) und die Aussicht Barenberg (Nr. 20). Die sind wir sonst immer von Elend direkt angelaufen und es waren über 200 Höhenmeter zu überwinden. Doch mit dem Start am Kaffeehorst ging es quasi ohne größere Höhenmeter bis zu beiden Stempelstellen. Wieder einen perfekten neuen Anlaufstartpunkt gefunden. Übrigens, an der Wanderhütte beim Kaffeehorst habe ich Petra aus Hamburg getroffen. Petra muss nur noch 8 Stempel erwandern, dann ist sie Harzer Wanderkaiserin. Vor knapp einem Jahr hat sie das Stempelsystem der Harzer Wandernadel für sich lieb gewonnen und sogar eine Ferienwohnung hier in Braunlage für ein Jahr angemietet, damit sie im Urlaub und an Wochenenden auf Stempeljagd gehen kann. Klasse.

Richtung Elend hatte der Borkenkäfer und die Stürme der letzten Jahre beste Arbeit geleistet. Es war kein Wald mehr zu sehen, nur kahle Flächen. Aber das wird schon wieder, denn der Nationalpark-Ranger Patrick Preiß hat mich aufgeklärt: der Wald wird anders und mit neuen Baumarten wachsen. Erst ein kleiner Urwald und in der nächsten Generation mit hohen widerstandsfähigen Bäumen.

In Elend habe ich mir dann noch bei der kleinsten Holzkirche Deutschlands und beim Waldbad die Sonderstempel abgeholt. Über 20 Kilometer waren dann zum Tagesabschluss auf meinem Tacho. Mit dem Bus ging es dann von Elend nach Braunlage zurück, wo mich meine Frau bei „Puppes“ schon auf ein Hexenbier erwartete.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender und Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von vier lieben Menschen.

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