Die Wettervorhersage hat Schnee für den Harz angekündigt. Also habe ich heute morgen alles Gepackte ins Auto verstaut, Wanderschuhe mit Profil angezogen (natürlich Meindl, Vakuum, Men Ultra der 4.) und schnell war ich auf dem Weg Richtung Oker im Harz. Ach so, diesmal hatte ich charmante Begleitung – unsere Hündin Bella.

Start der Wanderung (Parkplatz Romkerhalle Oker vor dem großen Turbinenhaus). Ich musste zuerst durch das kleinste Königreich der Welt, denn König Georg (Schorse) V. errichtete hier ein Jagdschloss direkt über der Oker und erklärte es gemeindefrei. Und nach dem Ende der Monarchie hat man einfach vergessen, das wieder zu ändern. Schönes Märchen…. die hätten es lieber nicht so derart verfallen lassen sollen. Der künstlich angelegte Wasserfall mit 64m Falltiefe ist die größte Kunst.

Zuerst führte mich mein Weg links neben dem Jagdschloss vorbei, entlang der Oker in Richtung der Ortschaft Oker. Zweimal am Tag wird hier Wasser in die Badewanne gelassen, damit dieses Teilstück der Oker nicht austrocknet. 7500 Liter pro Sekunde. Idealbedingungen für Kanusportler. Ich erreichte schnell die Verlobungsinsel (Harzer Wandernadel 116) mitten in der Oker. Heute war es etwas kalt, aber ein idyllischer Ort zum Verloben. Hier hat mein Schwiegersohn vor 2 1/4 Jahren meiner Tochter einen Heiratsantrag gemacht. Romantisch.

Zurück ging es wieder bis zum Königreich und dann steil bergan links dem Weg folgend am Wasserfall hoch. Ok, 200 Meter Anstrengung waren schnell vorbei. Schon stand ich oberhalb des Wasserfalls und konnte auf das Königreich blicken.

Weiter führte mich der Weg an der kleinen Romke vorbei Richtung Treppenstein, ein Naturdenkmal aus Steinen. Stempel Nr. 117. Und weil ich schon so oft hier oben war, wusste ich, dass ich nicht den ausgeschilderten, steilen Weg zum Kästehaus nehmen musste, sondern einfach den Fahrweg zum gleichen Ziel. 400 Meter entspannter Umweg. Doch wo ist die Waldgaststätte Kästehaus geblieben? Platt gemacht und die Neubaupläne sind auf Eis gelegt. Passt irgendwie heute mit dem Kniesterschnee. Kurz gestempelt (Stempel 118) und schon weiter auf dem leicht gefrorenen Schnee, der dann so wunderbar knistert, gewandert. Leider sind auch hier größere Baumfällaktionen. Viel gesperrt, aber ein kundiger Wanderer erkundigt sich und gibt seinen Weg kund.

Nach der Rückkehr zum Parkplatz hatte ich knapp 10 Kilometer an Wanderleistung zusammenbekommen. Schnell noch mit dem Auto nach Schulenberg gefahren. Dort ging es noch zur Stempelstelle 124 Köte am Heidesteig. Hier ist das Loipen Eldorado im Harz. Und Bella fuhr auch Schlitten im Schnee, in dem sie sich häufig im Schnee hin und her wälzte und rutschte. Jede/r sollte ja seinen Spaß haben.

Ein schöner Harztag bei frischer, kalter Luft ging zu Ende. Vorfreude auf morgen steigt enorm.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender und Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von vier lieben Menschen.

Ein Gedanke zu „Kleinstes Königsreich, Knisterschnee und Schlitten-Bella“

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