Eine wunderbare Winterlandschaft hat unsere Hündin Bella und mich heute morgen beim Start meiner Schneewanderung auf dem Parkplatz kurz vor Sophienhof im Oberharz (Thüringen) erwartet. Einfach phänomenal. Gut, es gibt hier jetzt weniger Bäume, aber der Neuschnee mit 5-10cm macht alles wieder weg.

Und die „Bella“ hat gleich Spuren gelegt und sich „gelöst“, so heißt das unter Hundefreundinnen. Mit Rücksicht auf die vielen Leser verzichte ich auf meine Bezeichnung… Ja, heute war Bella ein richtiger Helfer und lief reichlich vorweg. Wenn sie wegsackte wusste ich, dass ich mit meinem Kampfgewicht nicht dort lang gehen darf. Interessiert hat sie sich auch für die vielen Spuren im Schnee… wenn doch die Hasen und Rehe in der Nähe währen…

Zuerst wanderten wir zur Stempelstelle 48, dem Stierbergsteich. Toll gelegen mit Blick auf den großen Teich. Zwar noch nicht ganz zugefroren, aber wunderschön glänzte der Schnee und an den offenen Stellen spiegelte die Wasseroberfläche. Weiter ging es dann zum Oberharzblick am Buchenberg mit dem herrlichen Panoramablick Richtung Benneckenstein, der Partnergemeinde meines Geburtsortes Hemmendorf, jetzt Salzhemmendorf. Der Stempel Nr. 47 war schnell im Harzer Wandernadel-Heft eingestempelt. Ist das heute herrlich entspannend…Ruhe pur, absolut still. Doch dann plötzlich lautes Hundegebell, ein Schuss und ein dumpfes Fallgeräusch. Hier ist gerade Treibjagd und das war wohl ein Volltreffer. Gibt es wieder Wildschweinbraten im Hexenhaus in Benneckenstein? Und wieder einmal hatte der Bestsellerautor Peter Wohlleben Recht, die größte Gefahr lauert für Tiere im Wald, wenn es ganz still ist, denn dann sind Jäger unterwegs. Beruhigt können die Tiere sein, wenn gerade Kinder sich im Wald laut austoben.

Bella mag Schüsse besonders gern…. und wir erreichten die nächste Stempelstelle 50 (Walzenhütte) besonders schnell. Von dort war es dann auch nicht mehr weit bis zum Carlsturm (Nr. 51). Hier frühstückte ich auf 626 ü.NN. Windig wars und gut, dass ich heißen Tee mit hatte und der Schnee unter dem Becher schmolz und dieser dann richtig feststand.

Zurück ging es dann in Richtung Stierbergsteich. Vor zwei Jahren bin ich dann noch zur Ortschaft Sophienhof gelaufen, dort gibt es eine Ziegenalm mit einer Stempelstelle der Harzer Wandernadel und natürlich den Braunen Hirsch, der Gasthof mit dem leckeren selbstgebrauten Bier und den reichhaltigen Buffets am Wochenende. Oder gibt es hier bald Wildschweinbraten?

Und zum Schluss machte mich Bella nachdenklich…, wir kamen zurück auf die 800 Meter Hinstrecke. Bella kontrollierte ihre gelegte Hinterlassenschaft und blickte mich an… was wollte sie mir sagen? Ich habe für mich es so interpretiert: auch ich habe im Leben Spuren gelegt und bestimmt auch viele Spuren hinterlassen, also diesmal ist nicht die „Sche….“ gemeint. Im Rückblick war auch mal „Sche….“ dabei, aber ich würde vieles wieder so wie früher machen… und was nicht, dass habe ich mittlerweile gelernt.

14,02 Kilometer wurden auf dem „Wandertacho“ angezeigt. Gut so. Und mit „Danke“, dem Vanille-Kuchenstück, habe ich an meine Eltern gedacht.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender und Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von vier lieben Menschen.

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