Bevor ich zu meinem heutigen 3. Tagesbericht von der Jakobswegwanderung von Fulda nach Würzburg komme, hier noch zwei Nachträge von gestern:

  1. Die gegrillte Schweinshaxe von gestern war mit Rotkohl und Knödel richtig super lecker… war ja umsonst….
  2. Zum Abschied hatte ich Alfred noch den Holzanhängerschuh von der Harzer Wandernadel geschenkt. Der Harz ist unser 2. Zuhause. Er hat sich sehr gefreut und den Anhänger gleich an seinem Rucksack befestigt. Schöne Harzgeschichten unter https://wanderbruder.de/category/harz-geschichten/

Nach einem opulenten Frühstück ging es im dichtesten Nebel auf Strecke. Gut versorgt mit Proviant vom Klosterhof. Vom Berg der Franken, dem Kreuzberg, ging es heute quasi nur bergab. Von 862 Höhenmetern bis 209 Höhenmetern in Bad Kissingen. Wer viel wandert, der weiß, dass ständiges Bergabwandern auch richtig weh tun kann. Das tat es auch bei mir.

Sehr, sehr erfreulich war die Beschilderung der Wegstrecke, sogar mit Entfernungs-Kilometerangaben. Klasse bequem. Der erste Zielort war Langenleiten. Viele interessante Skulputuren im Ort und in der Kirche war meine 1. Stempelstelle.

Von gestern hatte ich noch richtig Dreck am Stecken, nämlich am Schuhhacken. Ich marschierte heute durch Wald und Wiesen und hatte damit eine vollautomatische Schuhputzmaschine durch das nasse Gras. So macht Schuheputzen Spaß.

Auf der Strecke über Premich, Frauenroth und Strahlsbach kam ich immer wieder an Holzkreuzen und Marienfiguren vorbei. Bin eben in Bayern. Lädt sehr zum Innehalten ein. Schön.

Kurz vor Klaushof hörte ich ein lautes Gebrüll…. war das ein Büffel, der mich verfolgt? Irgendwie legte ich einen Zahn zu und dann kam ich am Tierpark vorbei und war gleich beruhigt. Stellt euch mal vor: ein Pilger würde von einem Büffel angefallen? Die Bildzeitung hätte was zu schreiben….

Auf dem Weg nach Bad Kissingen wich ich bewusst von der Strecke ab. Ich wollte vom Flugplatz über die Auen zur Innenstadt wandern. Gute Entscheidung, obwohl ich musste noch richtig „sausen“, denn es war noch Flugbetrieb, als ich über Flugplatz wanderte.

Jetzt nach 32,69 Kilometer und einem guten Abendessen liege ich im Bett im Saxiona-Hotel. Saxiona heißt Sachsen und ich bin ja auch ein Nieder-Sachse. Und hier im Hotel habe ich eine richtige Schatzkammer vorgefunden… von modern bis alt ist alles zu finden. Ein zweites Dekogeschäft oder Antiquariat.

Und ich bin wohl schon sehr entspannt, meine drei Stempel habe ich heute unbewusst jeweils verkehrtrum in den Pilgerpaß gestempelt. Wer mich kennt, der weiß, das geht doch gar nicht bei Bernhard, dem Wanderbruder.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Pensionär

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