Eilmeldung: Straße aufgrund der Eichenprozessionsspinner gesperrt

Im Leben hat Mann oder Frau viele Pläne… Also, wir hatten ein schönes Wochenende mit dem Wohnmobil in Wittenberge direkt an der Elbe. Toller Blick auf den Hafen und Kaiserwetter. Meine Frau, unsere Hündin Bella und ich, das ist übrigens die übliche Reihenfolge, haben es uns gut gehen lassen. Und am Sonntag hat mich meine Frau am Bahnhof in Wittenberge abgesetzt und der Zug brachte mich in 8 Minuten nach Bad Wilsnack. Das 9 Euro-Ticket wirkt, gut besetzter Zug, aber nicht voll.

In Bad Wilsnack kannte ich mich natürlich schon aus. Schnurstracks zur Kirche, in der Innenstadt, führte mich mein Weg. Dort ist in der Kirche ein Dritteweltladen im Foyer. Klasse. Leider hat mein Rucksack schon jetzt wieder zu viel Gewicht… also, kein Einkauf. Der Pilgerpass wurde abgestempelt.

Weiter führte mich meine Pilgerwanderung von Bad Wilsnack über Legde, Lennewitz bis nach Quitzöbel. Kleine verschlafene Orte in der Pampa von Brandenburg. Und plötzlich sah ich am Gartentor ein Schild: hier Pilgerstempel… Frau Wolf war im Garten… ich rief sie und schwupps hatte ich einen meiner schönsten Stempel im Heft (s. Bild).

Auf dem Weg nach Neuwerben hatte ich ein kleines Schloss gefunden. Es war auf, aber es fehlte der Schlüssel. Ist oft so im Leben, dass der richtige Schlüssel fehlt. Bei mir nicht, denn ich habe einen Generalschlüssel für alle Dinge dieser Welt…

Ach so, in Lennewitz hatte die Kneipe zu und da hat sich der Storch auf dem Dach gesagt… ich bin dann eben auch kein Kneipenstorch mehr und nahm das Nest der Feuerwehr, denn die Löschen auch gern ihren Durst.

Ich überquerte dann nach Neu Werben das Zweiländereck, war dann nicht mehr in Brandenburg sondern in Sachsen-Anhalt, und marschierte entlang der Havel. Über eine Schleuse gibt es dann die direkte Verbindung von Havel zur Elbe. Wäre bestimmt auch eine schöne Bootstour…

Schnell erreichte ich den Weg zur Fähre von Havelberg nach Räbel. Gerade mal 1 € hat die kurze Überfahrt gekostet.

Am Ortsausgang von Räbel dann die plötzliche Warnmeldung: Straßensperrung aufgrund der Eichenprozessionsspinner!!! Hey Leute, da kriegt man ja richtig Angst.. Ich habe bei meinem Haussender NDR1 gehört, dass diese Viecher richtig gefährlich sind. Mit einem klebrigen Band sollen die kleinen Härchen entfernt werden, sonst gibt es Atemnot…

Also, ich habe natürlich die Umleitung genommen (nur 3 Kilometer…) und bin wohlbehütet in Werben an der Elbe angekommen. 28 Kilometer waren dann zusammengekommen.

Bestens untergekommen bin ich in der Pension Roter Adler. Dort wurde ich mit exklusiver Hausmusik empfangen. Gunter Zwinzscher, der Pensionsinhaber, nicht Pensionär, denn das bin ja ich, spielte Tenorhorn und seine Frau begleitete ihn auf der Klarinette. Echt, wie früher zu Hause in Hemmendorf mit meinen Geschwistern Michael und Maria.

Gegessen habe ich kostengünstig, schmackhaft und reichlich im Elbstübchen und jetzt liege ich müde im Bett.

Gute Nacht und bis morgen.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender und Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von vier lieben Menschen.

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