Geschafft. Am Tag 3 meiner Pilgerwanderung von Rostock nach Bad Wilsnack bin ich nach 30,43 Kilometer und 7 Stunden Wanderzeit in meinem Zielort Loiz angekommen.

Bereits um 6.00 Uhr in der Früh bin ich aufgestanden. Alles wieder gepackt und um 7.00 Uhr saß ich schon in der Bäckerei Junge. Veggie-Frühstück vom Feinsten. Der Aufstrich hat sogar gereicht für die drei Brötchen als Wegzehrung.

Natürlich musste es gleich morgens regnen… ich hatte mir vom abgerissenen Teil des Ponchos einen Gürtel geschnitten. Not macht eben erfinderisch und damit war ich eingepackt wie ein Geschenk.

Ein Geschenk des Himmels sind Kinder. Es regnete kräftig und als ich ein ca. dreijähriges Mädchen vor mir sah, dass immer wieder lustvoll in eine große Pfütze sprang, dann bin ich einfach zu ihr hin und bin auch reingesprungen. Was hatten wir für einen Spaß…. den Namen wollte sie mir aber nicht verraten. Ich marschierte weiter und drehte mich nochmal um: das Mädchen sprang mit ihren gelben Gummistiefeln immer noch mit großer Hingabe in die Pfütze rein. Da war ich auf einmal voll im Gedanken bei meiner Enkelin.

Die heutige Strecke ging über Bülow, Karcheez, Hägerfelde, Groß Upahl, Lenzen,  Ruchow,  Witzin bis Loiz. Und das ist hier tiefste Pampa. Kein Geschäft, kein Gasthaus und nur wenige Häuser. Auffällig war, dass hier Hunde hauptsächlich in Zwingern gehalten werden. Kein Wunder bei dieser trostlosen Gegend.

Unterwegs habe ich vier Leute getroffen und Sie freundlich mit „Grüß Gott“ begrüßt… die waren richtig irritiert und dachten bestimmt ich sei im Auftrag der Kirche unterwegs. Wenn das so wäre, dann hätte ich alle Kirchen aufgeschlossen… es war wirklich nie eine geöffnet. Nur offene Kirchen laden zum Verweilen ein und für Pilger bietet die Kirche die Möglichkeit zum besinnen. Aber nicht an Hella von Sinnen denken, die ist mir zu schräg und abgedreht.

Auf vielen Abschnitten meiner Strecke ging es durch tiefen Sandboden…. ich kam mir vor wie bei einem Strandspaziergang. Wasser gab es hier auch genügend in den vielen Seen, u.a. Lenzener See etc.

Pünktlich zu Kaffee und Kuchen kam ich in meiner Unterkunft in Beth-Emmaus, dem christlichen Gästehaus in Loiz an. Wer
dieses Gästehaus betritt, der findet sich in Israel wieder. Zumindest ein wenig – denn gerade aktuell läuft hier ein Hebräisch-Kurs mit dem Ziel die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens zu entdecken.

Herzlich wurde ich von Uwe Seppmann und seiner Frau empfangen. Ich schlafe in Nazareth… (Zimmername). Und gleich einen Waschtag eingelegt… danke an Frau Seppmann, dass ich die Waschmaschine nutzen durfte. Um 18.30 Uhr gibt es Abendessen, also noch Zeit für ein kleines Schläfchen. Und Danke übrigens für genau 100 Besucher (gestern) meiner Website.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender und Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von vier lieben Menschen.

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