Nach dem ich gestern Abend im Pinnochio in Pirow ausgezeichnete italienische Gastlichkeit und Spitzenessen genießen konnte und zugleich dem Junggesellenabschied im entfernten Saal beiwohnen konnte, wurde es dienstlich. Ich bin gestern zum Musketier geworden und das ohne Muskete (Waffe). Fernando, der 70-jährige italienische Wirt, fragte mich nach meinem Beruf und ob ich mich mit Buchungsportalen im Internet auskenne.

Hätte ich mal nein gesagt. Nein gedacht und ja gesagt. Ich helfe wirklich immer gern und schwupps saß ich am Laptop von Fernando. Erstmal musste ich mich durchfinden, denn Fernando ist wohl eher ein guter Koch. Über 30 Betten hat die einfache Pension. Natürlich bin ich ganzheitlich an die Sache herangegangen: Welche Zielgruppe hat den größten Nutzen, welche Preise fallen an und welche Aktivitäten können Gäste hier unternehmen? Da ein großer Elefantenzoo in der Nähe ist, war es einfach: 1. Familien für die Apartments und für die Zimmer mit Gemeinschaftsdusche und Toilette=2. Monteure.

Zwischendurch haben uns zwei Junggesellen eingeladen mitzukommen, denn gleich würde ein Striptease einer aus Berlin angereisten attraktiven Frau stattfinden. 20 Minuten Aufführung kosteten übrigens 450€. Zu Fernando sagte ich: erst die Arbeit… da musste er mit mir weitersprechen, obwohl er bestimmt so gern zugeguckt hätte. Wir haben dann Prioritäten festgelegt: Überarbeitung der Internetseite, Anzeige bei eBay-Kleinanzeigen und monteurzimmer.de schalten und dann erst später bei den großen Portalen einsteigen, da dort viel Pflegeaufwand vorherrscht. Mittlerweile kam sein Sohn von einer Kumpeltour zurück und ich habe ihn beauftragt das technisch umzusetzen; bin ja heute als Musketier-Unternehmensberater unterwegs.

Ach so, später habe ich die Stripteasetänzerin noch beim Rausgehen gesehen… Botox lässt grüßen.

Diese Begebenheiten wollte ich Euch als Nachtrag zum gestrigen Tag einfach nicht vorenthalten.

Im Pinocchio habe ich gleich um 7.45 Uhr gefrühstückt. Mein Wegproviant hatte die Wirtin bereits als Dank vorbereitet.

Heute, am vorletzten Wandertag, war das Auslaufen, besser das Auswandern, angesagt. Über Vahrnow, Wüsten-Vahrnow, Baek, Gulow-Steinberg, Groß Linde, Lübzow und Perleberg kamen nur 18 Kilometer zusammen, so war es auch geplant. Vom Himmel blieb es trocken, jedoch blies wieder dieser eiskalte Wind aus Süd-/Westrichtung. Heute habe ich es auch wieder geschafft, über viele geharkten Wege vor den Häusern zu wandern. Macht einfach immer wieder Spaß hier für Beschäftigung der Eigentümer zu sorgen.

Bereits um 13.00 Uhr war ich im Zielort Perleberg angekommen. Ich übernachte im 1. Haus am Platz: Hotel Deutscher Kaiser. Mit meiner Frau war ich schon einmal hier in Perleberg, nicht in diesem Hotel, aber im Biergarten direkt an dem kleinen Flüsschen Stepenitz. Wunderschön und heute bin ich Gast in diesem gehobene Hotel und höre das Rauschen des Wassers. Das beruhigt ungemein.

Im Hotel herrscht viel Betrieb, weil bis heute Abend hier die 2. Perleberger Tattootage stattfinden. Zu Tattoos gibt es zwei Lager, die es mögen und die es nicht mögen. Ich mag es nicht, aber jeder ist ja frei in seiner Entscheidung, ob er sich verunstalten will oder nicht. Oder sind Tattoos schön?

Heute Abend gehe ich zum Griechen essen und werde kein Musketier.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von vier lieben Menschen.

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