Gestern hatte ich Euch schon berichtet, dass ich in einem Hotel von einem Veranstaltungszentrum, dem Evita in Demen, übernachtet habe. Bin dort gut untergekommen auf meiner Pilgerwanderung von Rostock nach Bad Wilsnack. Hier in Mecklenburg-Vorpommern gelten noch verschärfte Coronaregelungen. Keine Veranstaltungen=keine Gäste… ach nee, ich war der einzige Gast in dem 500 Betten Hotel. Übrigens alles renoviert und für eine ehemalige Kaserne zwar einfach hergerichtet, aber total sauber und ordentlich. Und wenn ich noch bis 12.00 Uhr gewartet hätte, dann wäre ich Zeuge der Aufnahme von ca. 1000 Flüchtlingen aus der Ukraine geworden, die bereits unterwegs sind und hier von dem Maltesern betreut werden. Hotelzimmer auf ***Sterne Niveau, das haben alle verdient. Einzig, die vor dem Raketenmuseum stehende Rakete wird störend sein.

Ich war schon früh auf. 6 Uhr. Bereits um 6.45 Uhr gefrühstückt und mit viel Proviant vom Hotel versorgt, ging ich um 7.30 Uhr auf „Strecke“.

Bereits nach 500 Metern Entfernung sah ich wie eine mobile Blitzeranlage von der Polizei in einer Garageneinfahrt eines Privatgrundstücks aufgebaut wurde. Echt krass, das erinnert mich immer an die Tarnnetze, die über Blitzerautos auf der Strecke zwischen Helmstedt und Berlin in den Jahren 1986/1987 gelegt wurden. Da mussten wir früher ungemein aufpassen, dass wir auf der Fahrt zur Sparkassenschule in Berlin nicht geblitzt wurden. Jetzt aber zurück zur Blitzeranlage in Demen. Ich hatte gestern online gelesen, dass aufgrund eines Hackerangriffs der Landkreis Ludwigslust-Parchim über 3000 Verstöße nicht rechtzeitig ahnden konnten.

… ich hatte natürlich für die Polizisten einen coolen Spruch drauf: „Na, blitzt ihr wieder umsonst?“. Fanden die irgendwie gar nicht lustig…. pass auf, dass wir dich nicht gleich blitzen… Das fand ich nicht nett und habe natürlich gleich in meiner Blitzerwarn-App den Standort eingegeben. Oder war ich damit zu gemein?

Die Strecke ging heute über Bülow, Spreuß, Kladrum, Kossebade, Dargelütz bis zur Kreisstadt Parchim. Es regnete nicht und häufig kam die Sonne zum Vorschein, aber es gab immer wieder kalte Böen aus Süd/West-Richtung. Heute habe ich viele Tiere gesehen: Rehe, Hasen und Eichhörnchen, die in den Pfützen auf dem Weg vom gestrigen Regen, sich ihren Durst gelöscht haben.

In Dargelütz war ich irritiert: ein Kirchturm ohne Schiff. Dort wo das Schiff mal stand konnte ich Mauerreste sehen, wie beim Kloster Walkenried im Harz. Es sah doch wirklich komisch aus: stell dir mal vor, du gehst in eine Kirche und im Vorraum ist Schluss… Teile/Reste des Schiffes sind übrigens 1992 nach Klockenhagen ins Freilichtmuseum gebracht worden.

Und was sehe ich dann auf einem Wegweiser: Lübz in 13 Kilometer Entfernung. Oh nein, hätte ich das bei meiner Reiseplanung gewusst, dann hätte ich eine Ehrenrunde gedreht und an einer Brauereibesichtigung teilgenommen. Schade, schade, schade. Egal, da fahre ich mit meiner Frau mal hin…, die mag zwar nicht viel Bier, aber beim 1. Glas gewinnt sie gegen alle anderen.

Am Wockersee in Parchim habe ich eine Rast eingelegt und bin dann nach 28,32 Kilometer bei meiner Pension No. 9 angekommen. Edles Zimmer mit Boxspringbett und exklusive Einrichtung. Wieder alles richtig gemacht.

Den Tipp der jungen Pensionswirtin im ungarischen Restaurant zu essen, werde ich um 18.00 Uhr umsetzen.

Ich bin übrigens auch sehr erfreut darüber, dass sich gestern genau 108 Besucher meiner Internetseite für meine Pilgerwanderung von Rostock nach Bad Wilsnack interessiert haben. Vergelt’s Gott.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender und Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von vier lieben Menschen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.