Mein Übernachtungshotel „Birkenhof“ in Bad Soden war schon exklusiv. Ich habe wunderbar geschlafen und habe schon früh durch die offene Balkontür den Dauerregen gehört. Ich konnte ausschlafen, denn der größte Regenniederschlag sollte um 10 Uhr morgens vorbei sein. Das war dann auch später so.

Trotzdem war ich schon um 8.30 Uhr beim leckeren Frühstücksbuffet. Ich hatte richtig Hunger, denn gestern gab es zum Abend nur noch den Milchreis von Zuhause. Ich habe mich an den Nachbartisch zu einer sportlichen Frau gesetzt. War sie auch auf Pilgertour? Natürlich habe ich sie ohne Umschweife gefragt: Tatsächlich ist sie auf Rennradtour von Hamburg nach Freiburg zu ihrem Heimatort. Es entwickelte sich ein nettes Gespräch. Täglich fährt sie ca. 120 Kilometer mit dem Rennrad (ohne elektronische Unterstützung!) bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22 km/h.

Tanja arbeitet in der Schweiz. Dort verdienen sie aufgrund der hohen Miet- und Immobilien Preise viel mehr als in Deutschland. Sie haben aber nur 23 Tage Urlaub im Jahr bei einer 40 Stundenwoche. Na ja, sagt sie, ich verdiene gut, aber es gibt auch noch das Doppelbesteuerungsabkommen… Heute kann sie nur eine kurze Strecke fahren, denn bei Nässe funktionieren ihre Bremsen nicht optimal. Eine Powerfrau auf zwei Rädern.

Mit deutlich langsamer Geschwindigkeit bin ich dann nach dem Regen auf Tour gegangen: immerhin 4,7 km/h. Die Strecke verlief auf dem Jakobsweg über Neudorf bis nach Wächtersbach. Ruhig war es heute nicht, denn der Bahn- und Autoverkehr war nicht zu überhören. Tägliche Dauergeräusche wären nichts für mich und machen auch krank. Bin eben schon Richtung Großstadt Frankfurt.

In Wächtersbach marschierte ich durch die schönen Altstadt und dann überraschte mich ein kräftiger Regentusch. Schnell zog ich meinen Regenponcho an. Der Wind war so heftig, dass mein schöner, grauer, mit Regentropfen bedruckter Poncho aufriss und ich quasi bezogen auf dem Regenschutz nackig da stand. Ich habe noch mit beiden Händen versucht zu retten, was zu retten war. Ist mir bis zum Ende des Regens gelungen. Und beim aufziehenden Sonnenschein hat sich mein geliebter Poncho in den nächsten Papierkorb verabschiedet… Dann habe ich das Reframing vom Seminar angewandt: hast ja noch eine zweiten Plastikumhang mit und die nächsten 10 Kilometer ist das Tragegewicht wirklich leichter. So geht das mit dem positiv Denken.

Durch Haitz ging es dann weiter bis Gelnhausen direkt durch ein Villenviertel. Gelnhausen liegt im Speckgürtel von Frankfurt. Bei Betrachtung der Häuschen komme ich zur Erkenntnis, dass die mehr als 3,50€ pro Stunde verdienen. Und was sehe ich da: blaue Schafe im Garten… Natürlich waren die echt; echt schön anzusehen. Jetzt kommt der Hammer: ich fragte einen Bauarbeiter nach den Immobilienpreisen… Er sagt, dass ist hier alles unbezahlbar und zeigte auf ein Haus (s. Foto). Da ist eine unterirdische Garage und mit einem Autofahrstuhl werden zwei Etagen überwunden. Die gnädige Ehefrau möchte doch den Einkauf nicht so weit schleppen. In der Tiefgarage steht auch ein Bentley und ein Porsche. Es sei ihnen gegönnt und hoffentlich sind sie auch persönlich zufrieden.

Zufrieden bin ich mit der Resonanz auf meiner Internetseite, denn wahrscheinlich wird heute die Zahl von 25.000 Besuchern in den letzten drei Jahren erreicht. Lieben Dank für Eure Begleitung.

Mein heutiges Gespräch mit Michael war total interessant. Wir haben die Rollen gewechselt, denn er schreibt morgen darüber einen Gastkommentar. Seid gespannt.

Die heutige Wanderleistung betrug übrigens 19,5 Kilometer.

Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert