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Wer will, der sucht Wege und Lösungen und wer nicht will, sucht Gründe. Das war früher mein Spruch im Büro. Das ist diesen heute nochmal bräuchte….

Also ganz von vorn. Tagesausflüge zum Pilgern sind erlaubt. Übernachtungen im Wohnmobil sind zu Coronazeiten für eine Nacht nur in Sachsen-Anhalt, nicht in Niedersachsen erlaubt. Also geplant: Womo-Fahrt nach Eilsleben in Sachsen-Anhalt und von dort Coronapilgern nach Helmstedt in Niedersachsen auf der Teilstrecke des Jakobswegs von Magdeburg nach Höxter.

Heute früh um 7.30 Uhr ging es dann endlich los. Ich hatte in der Nacht vorher ein Erlebnis der besonderen Art. Gegen 23.00 Uhr hatte ich Durst. Also stiefelte ich aus dem Bett in die Küche. Dort nahm ich einen kräftigen Schluck Wasser aus dem Glas und was kribbelte an meiner Lippe? Eine Wasserspinne. Eklig, ich war sofort richtig wach. Bestimmt ein gutes Omen für mein Coronapilgern, dachte ich…. Natürlich habe ich die Spinne am Leben gelassen, sie grast im Rasen.

Also der Tag sollte gut laufen. Bereits um 9.00 Uhr in Eilsleben angekommen. Parkplatz direkt am Bahnhof und losmaschiert. Mit leckeren Fresspaketen von meiner Frau. Gleich das 1. Jakobschild gefunden. Super. Bestes Wanderwetter bei 17 Grad. Schon auf der Fahrt nach Eilsleben kamen Gedanken aus der Vergangenheit. 1986/87 habe ich meinen Betriebswirt in Berlin gemacht und bin auf der A2 immer an Eilsleben vorbeigefahren oder war da früher an der Raststätte ein Intershop, wo wir Wessis immer günstig Zigaretten und Alkohol einkaufen konnten? Ist verjährt, deshalb kann ich es hier schreiben … viel geschmuggelt, denn es wurden in Helmstedt nur die polnischen Autos kontrolliert, und mit den Verkaufserlösen haben wir immer unsere 14tägige Heimfahrt finanziert. Beim Pilgern ging es vorbei an Hinkelkästchen, komisch früher hatten wir neun Felder. .. (s. Foto).

In Belsdorf war dann der rollende Baumarkt (Verkauf von Leitern) unterwegs. Ein LKW mit einem Verkaufsgeläut (Klingel wie früher “altes Eisen, altes Eisen” fuhr er langsam durch die schmalen Dorfstraßen und pries seine Leitern an. Wer kauft denn von einem vorbeifahrenden LKW Leitern? Noch Kilometer weiter hörte ich dieses Geläut und hatte im wahrsten Sinne einen an der Bimmel.

Traurig war der Ort in der Nähe eines Tunnels kurz nach Belsdorf, denn am 11.10.1985 ereignete sich hier aufgrund eines Signalfehlers ein Zugunglück, wo 13 Menschen starben. Ja, der Arbeitskollege, mit dem ich in Berlin meinen Betriebswirt gemacht habe, lebt auch nicht mehr… tödlicher Verkehrsunfall… und ich schimpfe manchmal über Kleinigkeiten und sollte zufriedener sein. Und den Test habe ich heute bestanden, ein Wegweiser war durch den Wind um 180 Grad gedreht und ich lief trotzdem den richtigen Weg. Weil ich gelassener und zufrieden bin.

Die gut geschilderte Wanderstrecke führte mich häufig an der Bahnstrecke nach Marienborn/Helmstedt entlang. Zur Gedenkstätte deutsche Teilung in Marienborn führte mich der Weg leider nicht, denn der Jakobsweg ging über die Magdeburger Warte (Grenzposten an der B1). Wieder ein Gedanke: mein Geburtsort Hemmendorf liegt auch an der B1.

Da der Steinstempel nicht funktionierte (Bild) habe ich mir bei der Caritas in Helmstedt einen Stempel für mein Pilgerheft geholt. Ein spannender Tag mit tollen Weitblicken in der Magdeburger Börde geht zu Ende. Der Zug hat mich zurück nach Eilsleben gebracht. Jetzt duschen und dann in schöne Erinnerungen schwelgen. Nachtrag: 28,46 Kilometer.

Bernhard Kruppki

Bernhard

Jahrgang 1963, Pensionär

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