Gleich heute morgen bin ich mit dem Bus nach Alfeld gefahren, um den vorletzten Abschnitt auf dem Braunschweiger Jakobsweg bis zum Kloster Amelungsborn zu wandern. Das 1. Mal nach einem Jahr wieder mit vollgepackten Rucksack, denn in den Corona Zeiten hatte ich mich auf Tagestouren beschränkt. Oh ja, das war ungewohnt mit fast 9 Kilogramm auf dem Rücken zu wandern. Schön, dass meine Frau mich mit reichlich Proviant versorgt hat, aber das muss halt auch getragen werden.

Der Braunschweiger Jakobsweg ist in diesem Abschnitt noch nicht geschildert, einzig die Orte der Strecke sind genannt. Orientiert habe ich mich am Fernwanderweg E11. Auf dem Weg zu meinem ersten Durchgangsort nach Gerzen kam ich wirklich an vielen leerstehenden und sanierungsbedürftigen Häusern vorbei. Ist irgendwie auch klar, die Bundesstraße 3 läuft mitten durch Gerzen. Richtung Grünenplan hätte ich schon eine Machete zum Freischneiden der Wanderwege gebraucht…. logisch, denn ohne Ausschilderung läuft hier keiner lang – nur ich… Also, wenn die mich von der Braunschweiger Jakobsweg Organisation fragen würden, da würde ich echt nochmal laufen und die Jakobsmuschelschilder anbringen.

Am Wanderparkplatz oberhalb von Grünenplan (Denkmal Förster Langer) habe ich mich für den Weg durch den Glasmacherort Grünenplan entschieden. Da gibt es die Firma Schott, die das dünnste Glas der Welt herstellt und das in einem wirklich kleinen Bergort. Bergort gutes Stichwort…. nach der 1. Pause (s. Foto) ging es nämlich nur bergauf. Vorher habe ich aber noch Brummhilde getroffen und kennengelernt. Eine tolle Aktion der örtlichen Kulturinitiative. Die kleine Hummel (s. Foto) hat mich so dann auf meinem weiteren Weg begleitet. Brummhilde hat sich im Blütenstaub gewälzt und fühlt sich bei mir pudelwohl. Die Steigung zum roten Fuchs hatte es mit 175 Höhenmetern in sich…. es sollten heute in der Summe über 350 Höhenmeter werden…. und das bei 29,43 Kilometern Gesamtstrecke und über 39000 Schritten.

Natürlich hatte das Restaurant „Roter Fuchs“ geschlossen….Abweichend von der beschriebenen Tour auf Jakobswege in Deutschland im Internet habe ich den zukünftigen Originalweg Richtung Wickensen genommen. Gefühlt hatte ich meine Beine und Hände wieder als Machete dabei… vor Wickensen kam ich in Holzen noch unterhalb der Grube Gustav an einem KZ-Ehrenfriedhof vorbei. Ja, hier im Bergbau Hils gab es auch ein Konzentrationslager und auf dem Friedhof liegen sogar ermordete Insassen aus Mittelbora im Harz, die umgebettet wurden. Alles schreckliche Erinnerungen…. wiederholt sich die Geschichte in Afghanistan?

Auch durch Stadtoldendorf musste ich wandern. Die sollten sich wirklich nur noch Oldendorf nennen, denn die Stadt mit ihren Läden ist gestorben…. Sorry, aber hier ist es wie „kurz vor der Grenze „… fast alles zu.

Um 18.00 Uhr hatte ich nach 9 Stunden das Kloster Amelungsborn erreicht. Tolle Pilgerherberge mit Badewanne (!!!), Küche, Waschmaschine und Trockner…. mehr zum Kloster morgen…. ich habe nicht aufgegeben zu hoffen, dass ich den Abt. Gorka treffe.

Jetzt ist Fußpflege und Badewannen-Wellness angesagt. …

Weitere Bilder folgen….

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Pensionär

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