Leute, heute waren eher herausfordernde Wanderbedingungen. In der Nacht hatte es kräftig geregnet und es war richtig, richtig schwül. Bereits kurz nach 7 war ich im Abschnitt Potsdam bis Kloster Lehnin auf der Pilgerstrecke von Frankfurt/Oder nach Tangermünde unterwegs und um 7.30 Uhr lief mir schon die „Suppe“ dem „Ar…“ runter. Ekelig, ekelig, ekelig… Dauer-Saunaaufgüsse.

Die Wandertour ging Richtung „Werder“, nicht Bremen, sondern in den Stadtteil von Potsdam. Noble Ecke hier… Da war doch was? Aber klar, hier kam unserer Bauprojekt-Steuerer für viele Sparkassen-Um- und Neubauten her. Spontanbesuch gefällig? Mal sehen… zumindestens habe ich seine „Bude“ gefunden. Ich denke das Grundstück hat 5.000 Quadratmeter und liegt direkt am Wasser. Eine Motoryacht mit abgedeckter Plane steht im Vorgarten… Das Foto vom Haus erspare ich Euch. Ihr wisst warum… Geklingelt habe ich dann nicht, denn über „alte“ Sachen kann ich mich heute noch tierisch aufregen. Schöne Sparkassenbauten sind entstanden, die aber heute meistens schon verkauft wurden. Das Honorar orientiert sich übrigens immer an der Bausumme, so dass es keinen verwundert, wenn trotz bekannter Digitalisierung früher immer mehr in Standorte investiert wurde. Und er liebte den Robert Weil, den Riesling, ohne Ende… Der schmeckt übrigens wirklich gut.

Über den Obstpanoramaweg ging es dann Richtung Plötzin. Hier kommt das Werder-Obst her, was wir häufig im Bioladen vorfinden. Und natürlich der berühmte Werder-Ketchup. Auf der „Pläne“ nach Plötzin habe ich dann Saunaaufguss 4-10 genommen…, bei so einer schwülen Hitze konnte ich nicht weiterlaufen. Hättet ihr eine Idee für mich zur Abkühlung gehabt? Ich hatte eine: Friedhof Plötzin. Auf jeden Friedhof gibt es Gießkannen mit Brausen. Ich also sofort raus aus den Klamotten und habe mich mit der Gießkanne super abgebraust. Ich war natürlich wieder nicht nackig. Na ja, einige Friedhofsbesucher haben sparsam geguckt… Für mich einfach nur herrlich. Und in der Peinlichkeitsskala bin ich trotzdem noch weit von den Aktionen meiner Frau entfernt.

Auf dem Weg zum Kloster Lehnin habe ich dann ein Windrad (s. Foto) gefunden. Das kommt in meine Wanderschatzkiste und wird mich symbolisch immer an die Hitze und dem fehlenden Wind erinnern. Und knapp 5 Kilometer vor dem Ziel wollte mich ein freundlicher Autofahrer mitnehmen. Wäre der doch schon bei Werder da gewesen… natürlich habe ich abgelehnt, bin doch kein Fahrpilger.

Jetzt bin ich nach 26,3 Kilometer im schicken Dorfhotel „Hotel Marktgraf“ angekommen. Hier wird Gästebetreuung groß geschrieben. 4,4 von 5 bei Google bewertet. Alles auch im Kleinsten perfekt.

Übrigens, die Klosterbrüder vom ortsansässigen Kloster Lehnin hätten deutlich mehr für meine Übernachtung berechnet. Schon zu Lebzeiten haben, trotz Kirchensteuer, die Kirchen nichts zu verschenken… ist aber gegenüber von Pilgern voll peinlich.

Übrigens, die bekannte Tankstelle „Michelsdorf“, für damalige Transitreisende, ist nur 3 Kilometer entfernt und für mich kommt die „Heimat“ deshalb schon näher. Schön.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender und Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von vier lieben Menschen.

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