Mensch ist das komfortabel: Früh morgens im Wohnmobil duschen, ausgiebig frühstücken und Proviant packen… so schön habe ich es nicht immer auf meinen Pilgerwanderungen. Für heute hatte ich mir die Strecke Ebermannstadt, Rothenbühl, Birkenreuth, Druidenhain und Wallerwarte vorgenommen.

Um 7.30 Uhr war ich dann schon auf Strecke… natürlich mit den online zur Verfügung gestellten Tracks für meine LocusApp. Gleich den Startpunkt gefunden und schon ging es 150 Höhenmeter hinauf. Oh nein, das am frühen Morgen… jedenfalls war ich auf der richtigen Strecke, meinte ich. Erst nach fünf Kilometer merkte ich, dass irgendwas mir dem Streckenverlauf nicht stimmte. Da hat mir doch der Buchverlag Bruckmann einen Streich gespielt, in dem er mir den falschen Track für die App. geschickt hat. Jetzt weiß ich, warum sie LocusApp heißt… klassische Fehllenker.

Gut, dass ich mir den Wegeplan aus dem Buch fotografiert hatte und jetzt anhand von Orientierungspunkten lief. Na ja, die 150 Höhenmeter musste ich wieder runter. Und weil ich es so liebe, durfte ich danach wieder 150 Höhenmeter bis nach Birkenreuth mit dem sehenswerten Brunnenhaus hochtrampeln. Eine besondere Wegzehrung habe ich mir dann doch gegönnt: vier frische Äpfel (Boskop) vom Gemüselandhof. Diese Sorte mag meine Frau am liebsten…

Jetzt sollte ich belohnt werden…. die Sonne kam heraus und ich spazierte entlang des wunderschönen Wintergolfplatzes weiter bis Kanndorf. Also man kann im Winter Golf spielen und wie zu Ostern anstelle der Eier die Bälle im Schnee suchen, man muss aber nicht. Ist eben ein Kanndorf-Golfplatz.

Echt mystisch wurde es an der keltischen Sonnenkultstätte Druidenhain. An Sonnenwendentagen werden hier die umliegenden Felsen besonders angestrahlt. Gruselig schön. Wahrscheinlich werden hier auch Opfer vollbracht… also ich habe mein Opfer schon durch die Fehllenker vollbracht und bin raus.

Das letzte Etappenziel war die Wallerwarte, ein aus Natursteinen gemauerter Aussichtsturm. Toller Blick über Ebermannstadt und das erstaunliche ist, ich konnte unser Wohnmobil sehen.

Bei der Kreuzkapelle ging es wieder richtig bergab. 250 Höhenmeter runter auf einer Länge von nur 1,2 Kilometern. Das war schon sehr beschwerlich, denn jeder geübter Wanderer weiß, dass solche steilen Abgänge auf die „Knochen“ gehen. Und unbeschreiblich… das ist der Kreuzweg hier in Ebermannstadt: erst müssen die Christen rauf und dann wieder runter. Also hier wird man doppelt gequält. Da werden bestimmt die letzten Kirchgänger nach so einem Kreuzweg auch sich nicht mehr blicken lassen.

Tatsächlich waren es heute 25,45 Kilometer Wanderleistung. Tief gefrorener Schnee und die Höhenmeter haben erheblich zur Beschwerlichkeit der Strecke beigetragen. Egal, bin zwar ausgelaugt, aber meine Wanderungen sind ja auch keine Aktionen wie an einem Kindergeburtstag.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender und Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von vier lieben Menschen.

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