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Heute hat mein Beitrag wenig mit Pilgern zu tun, obwohl ich die Teilstrecke auf der Via Scandinavica von Hannover bis nach Sarstedt gewandert bin, denn der Fußball-Bundesligaklub Hannover 96 besteht heute genau 125 Jahre. Ein ganz besonderer Tag mit vielen Erlebnissen und Erinnerungen, bin eben Fußballpilger…

Mit Bus und Bahn fuhr ich direkt zum Hauptbahnhof in Hannover. Start des Jakobswegs direkt an der Kröpcke Uhr und dem Anlass des Jubiläums entsprechend war diese mit 96-Fahnen und Infos aus der Vereinsgeschichte bestückt (Foto). Ja, ja, ja: deshalb habe ich mir den heutigen Tag für meine Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg ausgesucht.

Der Jakobsweg führte mich direkt beim Niedersächsischen Landtag vorbei und schon ging es Richtung Stadion. Vorfreude, ob ich vielleicht Martin Kind, den früheren Präsidenten von Hannover 96 und heutigen Geschäftsführer der Hannover 96 GmbH & Co.KGaA, zu der die Profifußballabteilung gehört, treffe? Ich machte mir keine Hoffnungen, aber irgendwie wunderschön, wieder einmal vor dem Stadion zu stehen. Das letzte von über 50 Bundesligaspielen von Hannover 96 habe ich vor ungefähr fünf Jahren gesehen. Lange ist es her. Da war ich mit einem lieben Nachbarn im Stadion und zur Einstimmung vor dem Spiel gab es „durchgezapftes“ Bier beim Marriot Hotel direkt am Maschsee. Der „Bierzapfer“ füllt dabei in einem 0,3 Liter Glas soviel Bier, bis es mit Schaum überläuft und das ohne Pause. Dieses Bier wird dann als 0,2 Liter Bier verkauft. Es geht schnell und es wird bewusst auf die „Tulpe“ verzichtet.

Im „Niedersachsenstadion“ heute HDI-Arena habe ich tolle Spiele gesehen, zum Beispiel beim Fifa-Federationscup 2005 (19. Juni) das Spiel Mexico gegen Brasilien, was 1:0 endete. Klasse Stimmung der südamerikanischen Fans – Fußball von der leichten spielerischen Art mit Flair. Auch die Gruppenspiele bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 zwischen Italien und Ghana (2:0) und der Schweiz und Südkorea (2:0), an denen ich als Zuschauer teilnehmen durfte, waren ein wahres Erlebnis. Das war schon eine tolle Belohnung für mein ehrenamtliches Tun im Fußballkreis Hameln-Pyrmont. Aber so richtig Kontakt zum Jubliäumsverein Hannover 96, besser zu Martin Kind, hatte ich erst im Jahr 2008. Genau am 29. März 2008. Denn aufgrund der Initiative von 96-Ikone Gerhard Paschwitz aus Hameln und der Bürgerstiftung Weserbergland starteten wir an diesem Tag auf der Hochzeitshausterrasse in der Rattenfängerstadt Hameln das Projekt „Fußballbrücke gegen Rassismus“. Die Idee dabei, junge Spielerinnen und Spieler mit Migrationshintergrund direkt für die Fußballvereine zu werben, damit sie in den Mannschaftssport aufgenommen werden und die Eltern zusammenzuführen, die sich die Spiele der „Kleinen“ ansehen. Denn nur gemeinsam kann man gewinnen. Und jetzt kommst: Martin Kind kam auf einem Samstag selbst nach Hameln und stand für eine Podiumsdiskussion auf der symbolischen Fußballbrücke als Gesprächspartner zur Verfügung. Und das vor 2.500 Zuschauern!!! Ich war schon immer begeistert von Martin Kind, der eigentlich Hannover 96 erst zu einem Vorzeigeverein gemacht hat. Der mitgebrachte 96-Mannschaftsbus konnte von den Kids und Eltern direkt in der Fußgängerzone bestaunt werden. Ein guter Tag für die Fußballbrücke…. Und es wäre nicht Martin Kind, wenn er uns nicht überrascht hätte… die Initiatoren wurden zum Spiel Hannover 96 gegen Hansa Rostock für Anfang Mai 2008 mit VIP-Tickets bedacht. Ach so übrigens… einen Mannschaftsbus von Hannover 96 habe ich heute morgen aus dem Zug heraus im Busdepot in Laatzen gesehen… Zufälle gibt es…

Weil heute das Jubiläum von Hannover 96 ist.. noch eine sehr schöne Geschichte mit Martin Kind… Zum besagten Spiel Hannover 96 gegen Hansa bekamen wir tolle Plätze auf der Osttribüne. Im großen VIP-Bereich konnten wir uns ausgiebig stärken. Auch hier hatten wir beste Plätze direkt an einem Panoramafenster. An unserem Tisch saßen auch noch zwei Hoteliers von Usedom. Und ihr glaubt es alle nicht: nach dem Spiel kam Martin Kind zu uns persönlich an den Tisch und zeigte uns damit seine Wertschätzung. Und wieder hatte Martin Kind etwas besonderes für uns: wenn ihr Lust habt, kommt doch einfach nachher in meine VIP-Loge eine Etage höher. Das brauchte er uns nicht zweimal zu sagen, schon standen wir vor der Loge. Herzlich nahm er uns auf und ich sah schon von weitem Dieter Schatzschneider, der legendäre Fußballtorjäger. Was mich nur wunderte, die „Kameraden“ tranken Wein? Muss man als „Roter“ Rotwein trinken? Also Martin Kind fragte mich als Erster, was ich denn trinken möchte. Ich erwiderte: „Als Fußballer trinkt man Bier – ich hätte gern ein Bier!“. Dann sagte er ganz laut: „endlich ein Vernünftiger hier im Raum und besorgte persönlich für uns alle ein Tablett mit vollen Biergläsern“. Diese Begebenheit könnte ich immer wieder erzählen… das gehört auch zur heutigen 125-jährigen Geschichte von Hannover 96. Und in dem Hotel Germania in Bansin, dass unserem Tischnachbarn gehört, habe ich mit meiner Frau später Urlaub gemacht und dort wieder „Günther“ gesehen. Auch dort waren wir dann besondere Gäste. denn wir haben jeden Tag ausgezeichnete Tipps eines Usedomkenners erhalten und zum Abschluss unseres Urlaubs ein Gala-Frühstück mit allem drum und dran bekommen. Klasse.

Ich bin noch mittendrin in meinen Gedanken, obwohl es schon so lange her ist. Ich hatte die Ehre Martin Kind und viele Freunde kennenzulernen… Mit meinem heutigen Besuch des Stadions zum 125-jährigem Jubiläum kommen alle schönen Erinnerungen zurück. Herzlichen Glückwunsch Hannover 96. Und auf meiner Jakobswegwanderung hatte ich einen Ohrwurm, den ich dauernd gezwitschert habe: den Fan-Song „96 – alte Liebe“. Schöner Tag.

Der Jakobsweg führte mich entlang des Maschsees und dann weiter am Flüsschen „Leine“ entlang. Mein Kopf war immer noch voll mit tollen Erinnerungen. In Grasdorf hörte ich von weitem einen Wasserfall. Hier auf dem platten Land? Jups, da war er zu sehen, der Wasserfall der Wasseraufbereitungsanlage in Grasdorf. Die Anlage pumpt Wasser aus der Leine zur natürlichen Reinigung in einem angrenzenden See. Da müsst ihr selbst mal hinwandern und euch das an der Informationstafel durchlesen, wie das funktioniert. Über die Koldinger Seenplatte, durch Ruthe erreichte ich dann nach 27,37 Kilometern Wanderung den Sarstedter Bahnhof. Mit Zug/Bus ging es dann wieder nach Hause.

Ich hatte heute den ganzen Tag Rückenwind… diesen Rückenwind wünsche ich auch Martin Kind und der Mannschaft von Hannover 96 in der neuen Saison. Wanderbruder lässt grüßen.

Bernhard

Jahrgang 1963, Pensionär

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