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Heute bin ich die Etappe vollständig von Sarstedt nach Marienrode auf der Via Scandinavica (Fehmarn – Eisennach) gewandert. Gleich früh morgens hatte mich meine Frau zum Bahnhof gebracht und kurz nach 8 startete ich schon vom Bahnhof Sarstedt aus. Nach einem kurzen Weg durch die Innenstadt von Sarstedt führte mich der Weg wieder an dem Flüsschen „Innerste“ entlang. Zuckerfabrik Nordstemmen und Schloss Marienburg im Weitblick. Auf dieser Strecke war ich schon häufiger mit Spaziergängen der Familie, aber heute war es anders, denn ich war nur mit mir unterwegs, also mein Kopf und ich… Es war viel intensiver, denn ich habe viele Details wahrgenommen und eigentlich erst heute festgestellt, dass dieser Teilabschnitt bestens mit Jakobswegschildern versehen war. Und damit ich nicht falsch abbiege, gab es Schilder mit einem „Kreuz“… nicht hier lang gehen…. (s. Foto). Gut gemacht, dass hätte ich im Leben auch gern gehabt, dass ein Warnzeichen aufgestellt wird.

An der Innersten ist ein besonderes Revier der Biber. Das ist nicht zu übersehen – viele Bäume sind fachgerecht angefressen und somit für den „Bau“ bestens geeignet. Lange Jahrzehnte war der Biber in Niedersachsen ausgerottet und hier haben sie jetzt ein neues Zuhause gefunden. Hoffentlich kommen jetzt nicht wieder irgendwelche Biber-Gegner auf die Idee, diesen Lebensraum zu zerstören. Leider habe ich keinen Biber gesehen.

Gesehen habe ich aber schon von weitem den Kilimandscharo von Hildesheim… ein imposanter Berg mit einer scheinbaren Schneekuppe. Natürlich ist das die Kalihalde des stillgelegten Kalibergwerks Siegfried-Giesen. Na ja, hoffentlich bleibt das auch so, nicht dass noch die Biber verscheucht werden… Aber die Mühlen für eine Wiederaufnahme mahlen schon, hoffentlich unendlich langsam. Voll im Betrieb ist die Mühle in Hasede direkt am Sportplatz, da hatte mein Stiefschwiegersohn seine besten Fußballzeiten. Die sollen hier übrigens die beste Sportplatz-Bratwurst im Kreisgebiet haben. Probieren konnte ich diesmal nicht, denn das Vereinsheim hatte zu, wie fast alles zu Coronazeiten. Durch den Haseder Bruch, der kleine Waldabschnitt unterhalb des Osterbergs – direkt an der Innersten, ging es Richtung Himmelsthür. Beim himmlischen Postamt Himmelsthür gehen übrigens jährlich über 50.000 Briefe mit Wunschzetteln von Kindern zu Weihnachten ein. Heute würde ich mir wünschen, dass das kreisweite Impfzentrum in Himmelsthür mehr Impfstoff gegen die Coronapandemie bekommen würde, damit endlich wieder ein normales Leben möglich ist. Hoffentlich bekomme ich bald meinen Impftermin. Auf der Warteliste stehe ich zu mindestens schon.

Über das Bergrestaurant Berghölzchen oberhalb von Hildesheim ging es dann schon Richtung Marienrode. Ca. zwei Kilometer vor Marienrode kam ich am Amelungsplatz vorbei. Schöner Rastplatz mit einer Sitzbank ausgestattet mit Blick auf Neuhof. Hier soll ein Eberhard von Amelung immer wieder seine verbotene Liebe „Gudrun“ getroffen haben, ob wohl die in Neuhof einen Mann hatte. Ja, das war früher so, wenn man verheiratet war und trotzdem unglücklich war, dann trennte man sich nicht oder wenn doch, dann wurde man von den Menschen verachtet. Leider war die Hinweistafel schon arg verwittert und ich konnte nicht lesen, was aus der verbotenen Liebe von Eberhard und Gudrun wurde. Ich kann es mir aber denken… wahrscheinlich nichts, denn häufig fehlt Liebenden der Mut. Heute sind Zeiten der Veränderung oder des Wechsels leichter.

In Marienrode in der Klosterkirche habe ich meinen Pilgerstempel erhalten. 23,71 Kilometer standen dann auf meinem Handytacho als ich in Barienrode, meinem Heimatort, einwanderte.

Bernhard

Jahrgang 1963, Pensionär

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