Heute morgen hätte ich eigentlich ausschlafen können, doch ich stehe auf dem P&R-Parkplatz des Nationalparkbahnhofs in Bad Schandau und hier rollt der Verkehr so richtig ab fünf Uhr morgens.

Mit dem Bus bin ich um 8:26 Uhr ins Kirnitzschtal bis zur Neumannmühle gefahren. Von dort ging meine 1. Tour los.

Direkt an der Bushaltestelle traf ich Werner. Werner kommt aus der Nähe von Marburg und ist ohne Rucksack und Proviant/Getränke hier in der Sächsischen Schweiz los. „Das mache ich immer so“, sagte Werner sehr überzeugend. Wir kamen schnell ins Gespräch und er begleitete mich bis zum Zeughaus. Hier wurden übrigens die königlichen Waffen für Jagdausflüge gelagert. Beim Fußball ist der Zeugwart für alles rund um die Mannschaft zuständig: Bälle, Trikots, Fußballschuhe etc.. – auch fürs Bier nach dem Spiel?

Werner ist übrigens Verschwörungsanhänger. Also übersetzt: er glaubt nicht an alles, was die Politiker und Wissenschaftler sagen. Er geht kritisch mit allem um. Zu den Montagsdemos geht er nicht mehr… er will sich mit seinen 62 Lenzen nicht mehr ärgern. Ist vor 20 Jahren aus dem Berufsleben ausgestiegen und ich stelle fest, dass er total zufrieden ist und auch die Natur liebt.

Steil ging es dann bis zur Goldsteinaussicht hoch. Ein Panoramablick der unbeschreiblichen Weite und diese weckte bei mir Assoziationen: ist das eine Pyramide in der Ferne und ist dahinten schon Böhmen? Ich bin an der Grenze nach Tschechien unterwegs… Auf dem Felsen der Aussichtsplattform trafen wir dann Anna. Sie arbeitet für den Nationalpark. Die kannte sich super aus und gab Empfehlungen für unsere Wanderstrecke. Das Eishaus war ein super Tipp. Später mehr.

Und dann musste ich es wagen und habe zu den gegenüberliegenden Felsen laut Echo gerufen und 3x (!) kam die Antwort Echo mit meiner Stimme zurück. Nur Werner machte sich einen Spaß und rief: „Bist Du das Bernhard?“ Ach so: natürlich hat Werner von mir eine Flasche Wasser bekommen… Das war nicht immer bei mir so, denn bei einer Harzwanderung von Hohegeiß nach Braunlage wollte mein Stiefsohn das Wasser nicht tragen… ich habe jeden Schluck genossen und er hat tatsächlich nichts abgekriegt. Es war sehr sehr heiß. Meine Frau fand diese Erziehungsmethode übrigens nicht so lustig. Hab ihm natürlich in Braunlage zwei Hexen-Bier ausgegeben.

An der Wegkreuzung zum Fremdenweg teilten sich die Wege von Werner und mir. Fremd kam er mir nicht vor und wir haben eine Gesellschaftskrankheit gemeinsam…

Immer wieder roch ich verbranntes Holz und tatsächlich kam ich durch ein Gebiet kurz vor dem Großen Winterberg, da hat der Waldbrand Anfang August gewütet. Auch heute nach zwei Monaten roch es immer noch nach „Holzkohle“. Mich hat nur gewundert, dass in einem Brandabschnitt viele Bäume verbrannt waren und einige stehen da jetzt noch, als ob nichts gewesen wäre. Hatten die einen Schutzmantel?

Oben auf dem Winterberg steht das Eishaus, ein Ausstellungsgebäude des Nationalparks. Klasse gemacht. Von der Eiszeit bis heute wurde hier die Entwicklung dokumentiert. Und endlich habe ich Borkenkäfer mal in Echt sehen können (s. Foto).

Beim Gasthaus ist übrigens eine Erste-Hilfe-Box für Bergwanderer installiert. Musste natürlich gleich mal neugierig reinzuschauen (s. Foto).

Der Weg bis nach Schmilka führte mich quasi an der Grenze zu Tschechien vorbei. Auf diesem Teilstück musste ich die 350 Höhenmeter wieder runter, die ich vorher raufgewandert war. Kurz vor Schmilka haben dann Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung eine Volks-Wanderer-Zählung vorgenommen. Auch klar: zu zweit bei den 100 Wanderern könnte man sich tatsächlich verzählen… eben Beamte, so wie ich es war.

Mit der Elbfähre setze ich rüber und ging nach einem guten Frühstück den Aschersteig hoch Richtung Kaiserkrone. Wie blöd war das denn, erst viele Höhenmeter runter und dann wieder 200 Höhenmeter rauf. Und wieder Stufen… Schnurzpiepegal… der Ausblick auf die Kaiserkrone (s. Bild) war schon imposant. Weiter verlief der Weg bis zum Schiebteich. Oberhalb von Schöna liegt dieses Idyll.

Mit dem Bus ging es auf der Tschechischen Seite der Elbe von Hrensko zurück nach Bad Schandau. Und jetzt für Werner Wasser auf seine Seele: im vollbesetzten Bus hatte nur ich eine Maske auf.

Heute war das Wetter wieder klasse trocken und der Blätterregen war so beruhigend. Wanderleistung 20,43 Kilometer.

Ergänzt, die App zu spät gestartet

Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.

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