Heute war mein letzter Wandertag in der Sächsischen Schweiz. Zwei Touren standen auf dem Programm.

Mit dem Bus bin ich zunächst zur Festung Königsstein im gleichnamigen Ort gefahren. Dort war ich schon vor Jahren mit meiner Frau. In der Festung ist ein kleines Dorf untergebracht und ist 13 Fussballfelder groß. Mit dem Fahrstuhl geht es direkt ins Mittelalter. Heute vor 9.00 Uhr war die Festung Königstein noch geschlossen.

Und dann sah ich zwei Briefkästen links neben dem Kassenhäuschen: einen roten und einen gelben Kasten. Am Kasten der Deutschen Bundespost hing ein Zettel: „Liebe Christel von der Post (oder lieber Christian). Habe versehentlich zwei Ansichtskarten für die rote Post in den gelben gesteckt. Bitte korrigieren Sie…“ Hat das eine Frau oder ein Mann geschrieben, das habe ich überlegt? Auf jeden Fall hat ein älterer Mensch das geschrieben. Ich vermute eher eine Frau, denn „Die Christel von der Post“ ist ein Heimatfilm aus dem Jahr 1956. Die Christel von der Post musste sich zwischen zwei Männern entscheiden… also eher was für Frauen. Herzschmerz pur. Die vermeintliche Zettelschreiberin hat sich für den Gelben entschieden obwohl sie eigentlich für den Roten bestimmt war. Wie im wahren Leben… Würde sich ein zettelschreibender Mann an die Christel erinnern? Eher nein, ist ein Frauenfilm. Habt ihr andere Argumente? Lasst von euch hören… die letzte Frage noch: wirft die Christel die Ansichtskarten in den roten Briefkasten?

Zurück bin ich wieder mit dem Bus zum Nationalparkbahnhof gefahren. Im Bus lauschte ich ein Gespräch zwischen dem Busfahrer und einer gerade zugestiegenen älteren Frau, die sich vermutlich kannten. Die Frau schimpfte über die Bundesregierung und die Vorschläge zu Energieeinsparungen. Soll ich in einer kalten Bude sitzen und frieren? Ich mache da nicht mit… Und dann der Hammer… kürzlich sei sie in der Fußgängerzone von Dresden gewesen und jemand vom Fernsehen wollte sie interviewen. Sie würde 20€ bekommen, wenn sie genau das sagt, was auf dem Zettel der Reporter stand. Sie hat bei dem Fake-Interview mitgemacht und tatsächlich auch 20€ bekommen. Und der Busfahrer sagt doch gleich, dass hätte ich auch für 20€ vorgelesen. Spinnen die hier?

Am Bahnhof musste ich leider aussteigen… schade, ich hätte gern weiter gelauscht.

Mit dem Wohnmobil fuhr ich dann zum beschaulichen Ort Kleingießhübel, direkt unterhalb des großen und kleinen Zschirnsteins.

Auf Höhenwanderungen hatte ich keine Lust mehr und habe mich für den 7,5 Kilometer langen Rundweg entschieden. Waren zwar auch 200 Höhenmeter in der Summe, aber keine 500. Den kleinen Zschirnstein konnte ich von unten gut fotografieren. Falkenzeit vor Ort … die kreisten oberhalb von mir am Himmel.

Kurz vor dem großen Zschirnstein kam ich an der Wildbrethöhle vorbei. Hier lagerten die königlichen Jäger bis zum Feierabend das geschossene Wild. Durch die Höhle kann man heute durchgehen. Das habe ich natürlich auch gemacht und dann lag da eine frisch verstorbene Ratte, Wildbret eben…, was hab ich mich erschreckt und bin schnell rausgelaufen.

Nach diesem Schreck wollte ich nichts mehr auf Mystischen Pfaden, dem Titel des Wanderführers, entdecken und suchte mir einen ruhigen Rückweg.

Das wars Leute. Ein kurzer Abschlussbericht kommt in Kürze.

Letztes Frühstück
Wildbrethöhle

Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.

2 Gedanken zu „Christel von der Post, Fakes und Ratte“
  1. Bin froh, dass keine Ratte auf den Bildern zu sehen ist. Hab da noch eine Erinnerung an ein Mäuschen im Keller zuhause… 😃

    Danke, dass du uns wieder auf deiner Reise mitgenommen hast und unversehrt davongekommen bist ❤️

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