Auf dem Dithmarscher Jakobsweg von Weddingstedt nach Meldorf.

Gestern Abend belohnte ich mich noch im Koll’s Gasthof mit einem köstlichen Rumpsteak – eine gesunde Pilgerernährung, denn Rumpsteak ist reich an Eiweiß und Zink, essenziell für Kraft und Ausdauer auf dem Jakobsweg.

Auch beim morgendlichen leckeren Frühstück versorgte ich mich mit viel Eiweiß. Der Gastbetrieb wird liebevoll von der Familie geführt, und die Frau des Wirts arbeitet noch fleißig mit, obwohl sie hochschwanger ist und ihr Geburtstermin in nur elf Tagen liegt. Bei einem Familienbetrieb gibt es eben keine Mutterschutzfrist.

Die Route führte mich dann auf dem Dithmarscher Jakobsweg von Weddingstedt, Heide über Wesseln, Lieth, und Epenwöhrden bis nach Meldorf.

In der holsteinischen Stadt Heide durchquerte ich zunächst ein heruntergekommenes Szene-/Kneipenviertel. Kurz vor dem Jahreswechsel 2023 ereignete sich hier ein Mord mitten in der Fußgängerzone vor einer Kneipe, zwei junge Männer gerieten aneinander. Es sollen dabei mutmaßlich ein Hammer und eine Stichwaffe eingesetzt worden sein. Aufgrund der hohen Kriminalität ist das Gebiet nun komplett kameraüberwacht – keine einladende Gegend der sonst schönen Stadt.. Das Tragen von Stichwaffen in der Öffentlichkeit sollte verboten werden.

Leider wurde mein Weg durch die Ferne von einem negativen Anblick dominiert: die riesige Raffinerie bei Lieth, die die idyllische Landschaft verunstaltet. Mitten in der Natur wirkt dieses Werk wie ein Fremdkörper und verschandelt das ansonsten wunderschöne Panorama. Im Vergleich dazu sind die vielen Windräder in der Region ein deutlich erfreulicherer Anblick.

Ein Highlight meiner heutigen Wanderung war die Gedenkstätte „Schlacht bei Hemmingstedt“. Die Dusenddüwelswarf (plattdeutsch für „Tausendteufelswarft“) ist eine Warft in Dithmarschen und Standort des zentralen Landesdenkmals. Am 17. Februar 1500 gelang es den Dithmarscher Bauern hier, eine überlegene Armee des dänischen Königs zu schlagen und so ihre Unabhängigkeit zu wahren. Ein beeindruckendes Zeugnis des Zusammenhalts der Bauernschaft – heute vergleichbar mit dem Teamgeist der deutschen Fußballnationalmannschaft, nur dass es damals kein Spiel, sondern ein Krieg war. Am Eingang zur Gedenkstätte befindet sich ein echtes Drehkreuz, ein interessantes Detail (siehe Foto).

Heute habe ich eine Strecke von 20,22 Kilometern zurückgelegt.

Der Meldorfer Dom war für eine ausgiebige Besichtigung gesperrt, da hier eine Chorprobe für ein Abendkonzert stattfand.

Trotzdem war es ein erfüllender Tag auf dem Dithmarscher Jakobsweg, der mir viele neue Eindrücke und Erlebnisse beschert hat. Untergekommen bin jetzt im Hotel zur Linde mit einem einfachen rustikalen Restaurant . Hier habe ich Halbpension!

Ich freue mich auf die nächste Etappe!

Natürlich gibt es auch wieder eine Seite aus dem Wenn-Buch. Übrigens: Ich habe auch eine Kommentarfunktion auf meiner Seite: Jeanette und Ann-Kathrin haben schon was geschrieben….

Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.