Anreise

Am frühen Morgen startete meine Reise von Hildesheim mit der Bahn, und trotz eines Zugausfalls kam ich pünktlich in Schleswig an. Ein glücklicher Zufall: Ein anderer Zug hatte Verspätung, sodass ich nahtlos weiterfahren konnte. So stand meiner Wanderung auf der Via Jutlandica (Ochsenweg) nichts mehr im Wege.

Gepäck und Startpunkt

Dieses Mal hatte ich einen besonders schweren Rucksack dabei, gefüllt mit Essen und Getränken, insgesamt stolze 12,3 Kilogramm. Man merkt, dass man mit zunehmendem Alter immer mehr mitzunehmen hat.

Der Startpunkt meiner Wanderung war das historische Wikingerdorf Haithabu, direkt bei Schleswig gelegen. Haithabu hatte fast dreihundert Jahre lang eine Schlüsselposition im Warenumschlag zwischen Nord- und Ostsee inne. Von hier aus waren es nur 18 Kilometer Landweg, um über Treene und Eider die Nordsee zu erreichen. Mit dem Ende der Wikingerzeit, um die Mitte des 11. Jahrhunderts, gingen die Funktionen dieses Ortes an Schleswig über.

Wanderstrecke

Mein Weg führte mich durch die Orte Busdorf, Selk, Lottorf und Boklund bis nach Kropp. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir dabei die zahlreichen Nacktschnecken, die durch die feuchte Witterungslage überall zu sehen waren – ein wahrer Hindernislauf.

Zwischen Feldern und Wiesen, vorbei an Schilf und durch das Selker Noor, erreichte ich die Selker Mühle und schließlich Lottorf. Doch die Ruhe wurde oft durch die startenden Kampfflieger vom Fliegerhorst Jagel gestört. Der Lärm war beträchtlich – unvorstellbar, dass Menschen in dieser Umgebung leben. Der Weg führte weiter über die Autobahn A7, die aufgrund eines Staus ungewöhnlich ruhig war, bis nach Kropp.

Erinnerungen und Unterkünfte

Dieser Tag war nicht nur physisch herausfordernd, sondern auch emotional intensiv. Es war der Todestag meines Bruders Michael, der genau vor neun Jahren verstorben ist. Die Erinnerungen an ihn begleiteten mich während der gesamten Wanderung.

Ein berührender Moment ereignete sich beim Packen meines Rucksacks vor einer Woche. Beim Aufräumen fand ich ein Geburtstagsgeschenk meiner Kinder – ein „Wenn-Buch“. Es enthält für jede Situation eine kleine Überraschung oder aufmunternde Nachricht. Nun begleitet mich das Buch (Fotos davon) auf meiner Reise und bietet mir jeden Tag eine kleine Freude und Motivation. Und ihr bekommt auch ein Bild pro Tag zu sehen.

Untergekommen bin ich im Wikingerhof in Kropp. Dort übernachte ich in einem Einzelzimmer. Interessante Location: hier geht auch Übernachten in Saunafässern! Die Tagesstrecke von 17,48 Kilometern war für einen Nachmittagsstart sehr zufriedenstellend.

Kurioses am Rande

Ein amüsanter Gedanke begleitete mich beim Durchqueren des Ortes Boklund. Hat das etwa was mit der gleichnamigen Böklunder Wurstfabrik zu tun? Nee, da fehlen ja die Punkte über dem „o“. Tatsächlich ist die Wurstfabrik nur 12 Kilometer von Schleswig entfernt.

Fazit

Der erste Tag auf der Via Jutlandica war voller Eindrücke und Emotionen. Trotz schwerem Rucksack und einigen Herausforderungen unterwegs war es ein gelungener Start meiner Wanderung. Ich freue mich auf die kommenden Etappen und die vielen Erlebnisse, die noch auf mich warten.

Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.

Von Bernhard

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von fünf lieben Menschen.