2. bis 8. August 2026 – Sieben Tage, rund 170 Kilometer und unzählige Eindrücke.
Der Jakobsweg ruft – und ich folge ihm wieder. Nach vielen Pilgerreisen wartet Anfang August das nächste große Abenteuer: Von der historischen Hansestadt Lüneburg bis in die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover. Rund 170 Kilometer werden mich durch die Heide, idyllische Dörfer, alte Klöster und wunderschöne Fachwerkstädte führen.
Wie fast immer ist mein Wohnmobil mein treuer Begleiter. Es dient als rollende Pilgerherberge, während ich die einzelnen Etappen mit Bahn und Bus geschickt verbinde. Geschlafen wird auf Camping- und Stellplätzen, gewandert wird – selbstverständlich – in meinen Barfußschuhen, die mich inzwischen schon auf vielen hundert Jakobsweg-Kilometern begleitet haben.
Lüneburg bis Hannover – Pilgern zwischen Geschichte und Heide
Los geht es am 2. August. Von unserem Seedomizil am Tankumsee fahre ich zunächst nach Bienenbüttel. Von dort bringt uns die Bahn nach Lüneburg, wo die eigentliche Pilgerreise beginnt.
Lüneburg begeistert mit seiner einzigartigen Backsteinarchitektur, den prächtigen Giebelhäusern und der jahrhundertealten Salzgeschichte. Von hier führt der Jakobsweg zunächst über Deutsch Evern und Grünhagen zurück nach Bienenbüttel.
Tagesetappe: ca. 16,8 Kilometer
Am Abend zieht das Wohnmobil bereits weiter nach Ebstorf.
Am 3. August geht es mit der Bahn zurück nach Bienenbüttel. Von dort führt die Strecke über Bruchtorf, das bekannte Klosterdorf Medingen, Seedorf und Hohenbünstorf bis nach Ebstorf.
Der Ort ist weit über die Region hinaus für sein beeindruckendes Kloster Ebstorf bekannt. Die weltberühmte Ebstorfer Weltkarte machte das Kloster einst international bekannt und verleiht diesem Pilgerort bis heute eine besondere Atmosphäre.
Tagesetappe: ca. 27,1 Kilometer
Durch die stille Heide
Am 4. August wartet eine besonders reizvolle Heide-Etappe. Über Melzingen, Gerdau und Böddenstedt geht es nach Suderburg.
Suderburg liegt mitten in der Lüneburger Heide und verbindet Natur, Landwirtschaft und Tradition auf besondere Weise. Nach der Wanderung bringt mich die Bahn wieder zurück nach Ebstorf, bevor das Wohnmobil am Abend nach Eschede umgesetzt wird.
Tagesetappe: ca. 20,9 Kilometer
Am 5. August erfolgt morgens erneut die Bahnfahrt nach Suderburg. Von dort führt der Jakobsweg durch Hösseringen – bekannt für sein großes Freilichtmuseum – und anschließend durch ausgedehnte Wälder bis nach Dalle und schließlich nach Eschede.
Eschede ist vielen durch seine bewegende Geschichte bekannt. Heute präsentiert sich der Ort jedoch als ruhiger Ausgangspunkt für Wanderer und Naturfreunde mitten in der Südheide.
Tagesetappe: ca. 27,5 Kilometer
Fachwerkromantik entlang der Aller
Der 6. August führt über Habighorst, Beedenbostel, Lachendorf und Oppershausen in das wunderschöne Wienhausen.
Das Kloster Wienhausen zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Klosteranlagen Norddeutschlands. Fachwerkhäuser, Kopfsteinpflaster und die Aller verleihen dem Ort einen ganz besonderen Charme.
Mit dem Bus geht es anschließend zurück nach Eschede – allerdings nicht ohne einen kleinen Zwischenstopp in der Residenzstadt Celle.
Celle gehört mit seinen über 400 liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern zu den schönsten Städten Deutschlands und ist immer einen Besuch wert.
Tagesetappe: ca. 24,1 Kilometer
Dem Ziel entgegen
Am 7. August zieht das Wohnmobil nach Wienhausen um. Die Wanderung führt über Bockelskamp, Osterloh, Altencelle, erneut durch Celle, weiter nach Großmoor und schließlich bis Engensen bei Burgwedel.
Von dort erfolgt die Rückfahrt nach Wienhausen.
Tagesetappe: ca. 28,2 Kilometer
Am 8. August beginnt schließlich die letzte Etappe.
Von Engensen führt der Jakobsweg über Altwarmbüchen und Groß-Buchholz immer näher an das Ziel heran.
Mit jedem Kilometer wird das Großstadtleben spürbarer, bis schließlich das Ziel erreicht ist:
Hannover.
Die Landeshauptstadt bildet einen spannenden Kontrast zu den ruhigen Heidewegen der vergangenen Tage. Zwischen Marktkirche, Altem Rathaus und dem Hauptbahnhof endet eine weitere unvergessliche Pilgerreise.
Tagesetappe: ca. 24,0 Kilometer
Pilgern einmal anders
Auch diesmal kombiniere ich wieder das Beste aus zwei Welten: das unabhängige Reisen mit dem Wohnmobil und das intensive Erleben des Jakobsweges zu Fuß. Durch die geschickte Nutzung von Bahn und Bus können längere Etappen bequem organisiert werden, ohne auf das besondere Pilgergefühl verzichten zu müssen.
Meine Barfußschuhe werden erneut jeden Kilometer mitgehen – über Asphalt, Waldwege, Heidepfade und Kopfsteinpflaster. Gerade dieses unmittelbare Laufgefühl macht für mich einen großen Teil des Pilgerns aus.
Ich freue mich auf stille Waldwege, endlose Heideflächen, beeindruckende Klöster, historische Städte, viele interessante Begegnungen und hoffentlich auf bestes Sommerwetter.
Natürlich werde ich täglich auf www.wanderbruder.de über die einzelnen Etappen berichten und viele Fotos von dieser neuen Jakobswegwanderung veröffentlichen.
Gesamtstrecke: rund 170 Kilometer in sieben Wandertagen.
Buen Camino!