Nach einer ruhigen Nacht und einem entspannten Frühstück ging es gemeinsam mit Thomas auf die letzte Etappe. Strahlender Sonnenschein, diese besondere Klarheit in der Luft und das Gefühl: Heute endet etwas.

Gleich zu Beginn führte der Weg hinaus über den Golfplatz Richtung St. Leon, zurück zu Tina und Werner. Dort wartete starker Kaffee mit Hafermilch auf uns – genau richtig, genau zur richtigen Zeit. Tina begleitete uns noch ein gutes Stück, und ich übergab meine Muschel als Dankeschön für den gestrigen Abend weiter. Ein kleiner Moment, der sich groß anfühlte.

Weiter Richtung Reilingen kamen wir an einem großen Freizeitsee vorbei. Thomas erzählte, dass er hier schon Wasserski gefahren ist – einer dieser Sätze, die zeigen, wie viele persönliche Geschichten plötzlich entlang eines Weges auftauchen.

Natürlich machten wir Halt bei Bäcker Bauer in Neulußheim. Dort wurde vor einigen Monaten die Hochzeitstorte für Thomas’ Tochter Emily gebacken. Ich probierte direkt die Käsetorte. Klare Empfehlung.

Dann änderte sich der Charakter des Weges. Viel Straße, viel Verkehr. Über die Rheinbrücke nach Speyer, laut, geschäftig, wenig romantisch. Man merkt: Nicht jeder letzte Kilometer will leicht sein. Dafür wurde man entschädigt mit einem besonderen Gedanken – Speyer liegt bereits in Rheinland-Pfalz. Damit haben wir tatsächlich drei Bundesländer zu Fuß durchquert: Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Auf dem Rhein zogen gerade zwei Kreuzfahrtschiffe vorbei. Natürlich mit Golfplatz an Deck. Die Welt bleibt eben konsequent.

Und dann war er da, dieser Moment, auf den man sich vorbereitet und der einen trotzdem überrascht: Ziel erreicht. Über 200 Kilometer liegen hinter uns. Der Dom zu Speyer, der Stempel – ein kurzer Handgriff, aber voller Bedeutung.

Danach ging es noch zur Statue des Jakobspilgers über den Weihnachtsmarkt. In Rothenburg ob der Tauber an der Statue gestartet, hier in Speyer angekommen. Der Kreis schloss sich. Dazu die berühmten Brezelbu-Ampeln – Speyer eben. 22,92 Kilometer standen am Ende auf der Uhr.

Mit dem Zug fuhren Thomas und ich noch gemeinsam nach Mannheim. Dann kam der Abschied. Unsere Wege trennten sich, unsere Frauen freuen sich sicherlich schon auf uns. Und ich sitze nun hier am Bahnhof Mannheim und kümmere mich – wie so oft auf dieser Reise – wieder um Ersatzverbindungen. Irgendwie passt das.

Der große Rückblick kommt vielleicht noch heute. Jetzt erst einmal dieses Gefühl wirken lassen. Ende gut, Weg gut.

Von Bernhard Kruppki

Jahrgang 1963, Sparkassenbetriebswirt, jetzt Pensionär, 1. Vorsitzender, Pressewart und stv. Wanderwart beim SC Barienrode e.V., Gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer von neu: fünf lieben Menschen.