Der letzte Pilgertag begann heute früh mit deutscher Verkehrspolitik in ihrer reinsten Form:
Schienenersatzverkehr.
Mit dem Bus ging es nach Hirschfelde zurück zum Startpunkt.
Punkt 8.00 Uhr Glockenschlag ging es los.
Letzte Etappe.
Der heutige Routenverlauf
Start: Hirschfelde
Drausendorf
Zittau
Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechien
Tagesleistung: 15,95 Kilometer
Damit endet mein Abschnitt auf dem Zittauer Jakobsweg.
Geschichte am Weg
Gleich zu Beginn ein Stück Geschichte.
In Hirschfelde kam ich an einem Gelände vorbei, das früher ein Lager für italienische Arbeitskräfte war.
Gebaut 1941.
Industriearbeiter lebten hier damals abgeschottet – ein eher stilles, aber eindrucksvolles Kapitel der regionalen Geschichte.
Geniale Technik
Ein weiteres Detail am Weg hat mich fast mehr fasziniert als so manche Sehenswürdigkeit:
Ein alter Kartoffelkeller, direkt in einen Hügel gebaut.
Oben Lüftungsschächte.
Natürliche Kühlung.
Keine Elektronik, keine Klimaanlage – einfach clevere Bauweise.
Manchmal sind alte Lösungen erstaunlich elegant.
Der Weg selbst – zwischen zwei Bundesstraßen
Der Zittauer Jakobsweg verläuft heute längere Zeit zwischen zwei Bundesstraßen.
Das sorgt zwar für Orientierung – aber nicht unbedingt für Pilgerstimmung.
Deshalb mein ehrliches Fazit:
Der Zittauer Jakobsweg bekommt von mir eine eher niedrige Weiterempfehlungsrate.
Nicht wegen der Landschaft, sondern wegen der Streckenführung.
Ein schöner Moment vor Zittau
Kurz vor Zittau wurde der Weg plötzlich richtig schön.
Vorbei an der Teichbühne, dann durch eine imposante Baumallee direkt in Richtung Zentrum.
Das berühmte Fastentuch
Ein riesiges Fastentuch aus dem Jahr 1472, eines der bedeutendsten mittelalterlichen Textilkunstwerke Europas.
Leider hatte das Museum noch geschlossen.
Also blieb es beim Blick auf die Tür.
Das Ziel: Dreiländereck
Dann ging es weiter zum eigentlichen Ziel:
dem Dreiländereck Deutschland–Polen–Tschechien.
Deutschland.
Polen.
Tschechien.
Drei Länder treffen sich hier.
Nur eine Sache fehlt.
Eine Brücke über die Neiße.
Eigentlich wäre das doch eine wunderbare Idee:
Eine kleine Europa-Brücke genau an diesem Punkt.
Ein Symbol für Verbindung statt Grenze.
Die Zahlen dieser Pilgerreise
Heute:
15,95 Kilometer
Auf dem Zittauer Jakobsweg insgesamt:
48,75 Kilometer in 1,5 Wandertagen
Der große Abschnitt zuvor auf dem Jakobsweg von Frankfurt (Oder) nach Leipzig:
239,47 Kilometer in 7,5 Wandertagen
Gesamtergebnis
Gesamtstrecke: 288,22 Kilometer
Gesamtzeit: 9 Wandertage
Tagesschnitt: 32,02 Kilometer
Fazit
Neun Tage unterwegs.
Wälder in Brandenburg.
Dörfer in der Lausitz.
Altstädte wie Görlitz und Leipzig.
Grenzpfähle an der Neiße.
Klöster, Flüsse, Gespräche am Gartenzaun.
Und viele Kilometer.
Sehr viele Kilometer.
Und jetzt?
Jetzt bin ich zu Hause bei meiner lieben Frau.
Aber eines steht zum Schluß fest:
Der Wanderbruder bleibt in Bewegung auf deutschen Jakobswegen.🚶♂️
































