Manchmal beginnt ein Wandertag nicht auf dem Weg, sondern mit einer Nachricht auf dem Handy.
Seit dem letzten Jahr gehört nämlich auch Nicolas Kiefer, ehemaliger Weltklasse-Tennisspieler, zu den Lesern meiner Berichte. Er war damals zum 50-jährigen Jubiläum unserer Tennisabteilung bei uns zu Gast – völlig unentgeltlich – und seitdem stehen wir in lockerem Kontakt.
Gestern schrieb er mir kurz, dass er meine Berichte großartig findet und großen Respekt vor den täglichen Kilometern hat.
Da denkt man schon kurz: Der Mann hat auf den größten Tennisplätzen der Welt gespielt – und liest die Geschichten eines Wanderers aus Brandenburg. Das verpflichtet natürlich ein bisschen.
Der heutige Routenverlauf
Start: Beilrode
Zwethau
Kreischau
Torgau
Melpitz
Klitzschen
Audenhain
Schöna
Mölbitz
Paschwitz
Bunitz
Eilenburg-Ost
Wanderleistung: 37,17 Kilometer.
Also definitiv keine Eintagsfliege.
Start in Beilrode – Richtung Elbe
Der Tag begann in Beilrode, von dort ging es zunächst durch die kleinen Orte Zwethau und Kreischau. Viel Land, viel Himmel, viel Ruhe – diese Gegend wirkt so entspannt, als hätte jemand die Zeit hier vorsichtshalber auf halbe Geschwindigkeit gestellt.
Dann taucht irgendwann Torgau auf.
Torgau – Altstadt und ein kleiner Umweg
In Torgau überquert man die Elbe und damit gleichzeitig die Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen.
Eigentlich wollte ich durch den Schlosspark laufen.
Kleines Problem:
Im Winter geschlossen.
Also Umweg.
Was aber nicht schlimm ist, denn die Altstadt von Torgau ist wirklich hervorragend erhalten. Historische Gebäude, große Plätze, viel Atmosphäre.
Heraus aus der Stadt ging es über Kleingärten – bis zum Großen Teich, einem wirklich idyllischen Fleckchen Landschaft.
Klitzschen – Sportplatz und Vereinsleben
In Klitzschen machte ich am Sportplatz Pause.
Dort waren einige Sportkameraden gerade bei einem Arbeitseinsatz beschäftigt.
Ich musste sofort schmunzeln, denn ich kenne solche Szenen nur zu gut.
Schließlich bin ich selbst Vorsitzender eines Sportvereins.
Ein paar arbeiten.
Ein paar organisieren.
Und einer erklärt gerade, wie es eigentlich richtig gemacht werden müsste.
Vereinsleben eben.
Wachhunde statt Schoßhunde
Der weitere Weg führte heute häufig über Dorfstraßen.
Und dabei fällt eine Sache schnell auf:
Fast jedes Grundstück hat hier einen Hund.
Aber nicht diese kleinen flauschigen Varianten für das Sofa.
Nein.
Hier stehen Hundehütten draußen im Hof.
Das sind Wachhunde, die nicht von der lieben Sorte sind.
Man merkt also ziemlich schnell, wenn man an einem Grundstück vorbeigeht.
Sehr schnell.
Mittagspause in Mölbitz
In Mölbitz war dann Zeit für die Mittagspause.
Mit Mittagsschlaf.
Nach vielen Kilometern ist das manchmal die beste Medizin für müde Beine.
Eine gute Tat am Weg
Unterwegs habe ich heute auch noch eine kleine Infrastrukturreparatur übernommen.
Ein Straßenpfahl, der offenbar umgefahren worden war, lag im Gras.
Also habe ich ihn wieder eingesetzt.
Man könnte sagen:
Der Wanderbruder kümmert sich nicht nur um Kilometer, sondern auch um Ordnung am Straßenrand.
Der lange Weg nach Eilenburg
Die Strecke zog sich weiter durch die Orte Paschwitz und Bunitz, bis schließlich Eilenburg-Ost in Sicht kam.
Nach 37,17 Kilometern erreichte ich dort den Bahnhof.
Von dort ging es mit dem Schienenersatzverkehr zurück nach Beilrode.
Ein kleines logistisches Kunststück – aber am Ende funktionierte alles.
Abendessen nach der Ein-Topf-Methode
Zurück am Wohnmobil gab es dann das kulinarische Finale des Tages.
Kochen nach der Ein-Topf-Methode:
Möhren in dünne Scheiben schneiden
mit Wasser aufkochen
kurz vor Ende Nudeln dazugeben
Parallel dazu Backfisch in der Pfanne.
Einfach.
Schnell.
Und nach 37 Kilometern schmeckt ohnehin alles hervorragend.
Ein Versprechen
Zum Schluss noch ein offizielles Versprechen.
Ich erkläre hiermit feierlich:
Als 62-jähriger werde ich keine Strecken mehr Richtung 40 Kilometer laufen.
Ganz sicher.
Wirklich.







































